Abenteuer Bauwagen: Teil 2

Der Transport

Lisa Pfleger
Von Lisa Pfleger
3. März 2016

Nun zum spannenden Teil: Wie kriegen wir das Ding von A nach B? Das war schwieriger als gedacht… Ein kleiner Bericht + Video am Schluss!

Tieflader vs. Selbst ziehen?

Eigentlich dachten wir, das geht alles ganz easy. Der Wagen hat keine Straßenzulassung, also lassen wir einen Tieflader kommen, fahren das Ding rauf und 3 Stunden später steht das Wägelchen an seinem Platz. Aus. Ende.

Aber:

  1. Finde ein Unternehmen
  2. Leiste dir das mal!

In meinem Kopf war so, najaa…. 400-500€ wirds kosten. Denkste. Von einer Hütten-Abbau-Action 2014 hatte ich im Kopf, dass LKWs gar nicht so teuer sind… 350€ habe ich für einen Transport über 450km bezahlt. Hier handelte es sich um lediglich 190km… aber eben um einen Tieflader. unter 900€ (exklusive USt!!!) ging sowieso nichts… Sogar ab 1400€ habe ich Angebote bekommen. Puhhh… Fast so teuer, wie der Wagen selbst :D

Der rettende Einfall

Michael! Jaaaaa! Er hat so gut wie jeden Führerschein. Eben auch den EB. Wieso habe ich nicht gleich daran gedacht. Etwas Überredungskunst hat es mich gekostet, weil er sich bis zum Schluss sicher war, dass wir den Wagen so hätten nicht ziehen dürfen. Ich bin mir auch nicht mehr sicher ;) Dann noch die Strecke: 190km á 10km/h = ? Ja.. laaange Fahrt ;)

Und wie geht das?

Naja, ein Zugfahrzeug, das schwer genug ist (in diesem Fall ein Geländewagen), eine Anhängerkupplung und bei diesem Bauwagen war noch ein „Zugösenadapter“ notwendig, weil Anhängerdeichsel vom Wagen für Traktoren gemacht ist. An dieser Stelle vielen lieben Dank an Wohnwagon (wir sind momentan quasi Nachbarn) für’s Borgen!

Gesagt, getan. Also einen (höchst nervenaufreibenden) „Ausflug“ ins malerische Pernitz. Durch felsige Landschaften mit Schwarzkiefern. Ein Traum. Ich wünschte, ich hätte es auch genießen können, wenn ich mich nicht gefühlte 100 Mal mit der Anfahrt vertan hätte und bockig wie ein Kleinkind gewesen wäre. Und mich dabei selbst nicht ausstehen konnte – was das schlimmste daran war. Eine Verbindung nach der anderen verpasst. Dabei wollte ich einfach nur vor Ort spazieren gehen. Ging sich natürlich nicht mehr aus. Wie wohl der Transporttag mit viel mehr Pannenpotenzial werden würde…?

Am Abend konnte ich schon nur noch drüber lachen :D

Der Tag der Tage

Martin hatte leider am Sonntag einen Termin. Aber machte ja nichts. Michael und ich haben das prima gemeistert! Am Vorabend habe ich noch Nuss- und Mohnschnecken (Rezeptchen aus diesen Büchern) gebacken und Pizzaschnecken vorbereitet (alles halt schön handlich für’s Autolenken *räusperr*).

5h morgens unter Amsel-Chören aufgestanden, die Pizzaschneckerl geformt und gebacken und dann gings mit einem riesigen Lunchpaket (ausreichend für gefühlte 3 Tage) los! Noch im Dämmerlicht stand Michael vor der Haustüre – mit einem geliehenen Geländewagen. Auch hier 1000 Dank. Zuvor hatte ich nämlich versucht eine Autovermietung zu finden, die Geländewagen mit Anhängerkupplung verleihen. Fehlanzeige

130km/h vs. 10km/h

Mit 130 bretterten wir über die Autobahn um zu unserem Zielort zu gelangen. Mit Genuss. Immerhin würden wir uns danach nur noch im Schneckentempo von 10km/h vorwärts bewegen. Aber immerhin vorwärts.

Foto von Michael, der beim Autofenster raus schaut.

Super-Fahrer Michael!

Den Bauwagen fahrbereit machen

In St. Valentin angekommen stand das Zukunfts-Haus schon bereit. Sogar die Reifen frisch aufgepumpt. So lieb, der Verkäufer!

Mit steif gefrorenen Fingern habe ich alle Reflektoren und das 10km/h Schild montiert. Der besagte liebe Mensch aka Verkäufer, war auch schon mit einem Akkuschrauber zur Stelle um mir zu helfen, verschloss noch sorgfältig die Türe, hatte Werkzeug für die Montage vom Zugösenadapter parat… Einfach schön.

Kurz darauf, noch die ausstehenden 700€ in die Hand gedrückt, einmal herzlich umarmt und viel Glück gewunschen. Ich konnte kaum glauben, dass sich das riesen Ding ziehen lässt. Und das auch noch mit so einer Leichtigkeit! „Spürst du den Anhänger?“ Michael: „Gar nicht.“ (grinst)

Foto von Bauwagen, der gerade mit einem Geländewagen gezogen wird

Die erste Kurve – Woohoo!

Tja. Scheinbar mehr als genug PS ;)

Landschaftsjuwel Niederösterreich

So sehr wir Bammel hatten vor der langen Fahrt… wir wurden einfach nur belohnt. Die Landschaft war so unendlich schön! Bergauf, bergab, viele Kurven, Wiesen, knorkelige Apfel- und Birnenbäume, glasklare Flüsse, alte Bauernhäuser. Es war SO herrlich :)
Die 10km/h… naja, einmal haben wir’s probiert, aber das hält man nicht aus :D 30-40 warens dann im Schnitt.. ;)

Foto von hügeliger Landschaft

Naja, Landschaftsfotografin werde ich wohl nicht. Zumindest nicht aus dem fahrenden Auto ;D

Bauwagen einparken

Bei unserem Ziel – 7 Stunden später – wurde es dann noch spannend mit dem Einparken. Zum Glück haben wir uns das Rückwärtseinparken mit 2 Drehpunkten (1x Achse, 1x Anhänger) gespart. Aber das sieht man dann auf dem Video weiter unten ;)

Ja, da steht er nun! Beim lieben Jürgen, mit seiner Werkstatt, die nur darauf wartet Motoren aufheulen und Späne fliegen zu lassen. Jippiiee! 1000 Dank du lieber!

Transport – Fazit

Alles sehr entspannt! Wobei natürlich schon klar ist (und auch von Anfang an klar war): Oft machen wir das nicht. Wir haben nicht vor, mit dem Ding auf Reisen zu gehen… Michael meinte zwar, es wäre gut eine Straßenzulassung zu machen, aber dann jedes Jahr TÜV… Weiß nicht, ob sich das auszahlt…

Sooooo und jetzt noch, das versprochene Video! Enjoy!

Danke nochmal Michael, dass du dich überreden lassen hast :-*

Bitte teile diesen Artikel, wenn er Dir gefallen hat!
Dieser Artikel ist mehr als ein Jahr alt. Es muss daher nicht sein, dass wir jedes einzelne Wort immer noch so schreiben würden wie damals. Wenn Fragen sind, kommentiere einfach zum Artikel, dann antworten wir Dir gerne.

20 Gedanken über “Abenteuer Bauwagen: Teil 2

  1. Daniela

    Ganz toll. Ich habe such einen sehr kleinen Bauwagen in meinem Schrebergarten und denke ihn auch mal auszubauen. Weiß nur noch nicht, welches Dämmmaterial ich nehmen soll. Deshalb werde ich deinen Fortschritt mit Interesse verfolgen.

    1. Lisa PflegerLisa Pfleger Beitrags Autor

      Ich finds auch sehr schön, einen so tollen Freund zu haben. Finds zwar super, dass er es als selbstverständlich erachtet, aber wir wissen alle, dass das bei weitem nicht so ist :)

  2. Kerstin

    Liebe Lisa,
    toll, daß du so schnell einen Bauwagen gefunden hast. Ich musste schon lachen, als ich den kleinen Film gesehen hab. Ich habe vor x Jahren auch mal in einem ähnlichen Wagen gewohnt. Als ich den aus einem Nachbardorf abgeholt habe, hatte der zwei platte Reifen auf einer Seite. Der Treckerfahrer hat mir den Wagen, samt Plattfüssen rübergezogen. Das war auch so eine Aktion, ohweia. Na ja, ein bißchen Abenteuer muss sein.
    Ich bin total gespannt, was ihr aus dem Wagen macht. Viel Spaß beim Ausbau.
    Liebe Grüße aus dem Moor
    Kerstin

  3. Penelope

    Suuuuper!
    Schön, dass Dein Traum in Erfüllung geht. Das Video ist cool, wie kamst Du auf die Musik? Wenn Du mal Zeit hast, würd ich mich freuen, wenn Du die Interpreten-Namen hier teilst. Schräg, gefällt mir, total lustig. :-)
    Liebe Grüße
    Penelope

  4. Emmxx

    Sehr sehr geil!!!hahaha!!!Ach schief gehen..Mut tut gut;-) ich finds klasse und ich wünsch Dir viel Freude mit dem Wagen und das Du ihn Dir so herrichtest,wie Du es Dir erträumst!
    Toll gemacht ihr Drei!
    ( wir haben auch schonmal 3 Tonnen Schutt in nem Anhänger für eine Tonne.. Mit nem Kombi weggebracht;-) think positiv!)

  5. Daniel

    Die Leute im Baugewerbe stehen auch oft vor dem Problem, dass sie Bagger und ähnliches transportieren müssen. Wenn der Bauwagen so um die 2300kg wiegt kannst du dir bei einem Vermieter einen 3,5 Tonnen Anhänger ausborgen. Wenn er schwerer ist frag eventuell mal einen Bauunternehmer vor Ort. Auch Holzfäller die auf Lohn schneiden müssen ihr Equipment immer über die Straße transportieren. Das ist durchaus möglich, dass dort jemand ist der sich an einem Samstag mal 500€ Dazuverdienen möchte. Eventuell hilfts für den nächsten Transport.

  6. lalelu

    meine güte… da habt ihr glück gehabt. wenn das schief gegangen wäre, wärt ihr mit den kosten eures lebens nicht mehr froh geworden. das ding ist doch viel zu schwer für einen geländewagen, da braucht es einen traktor…

  7. Sara

    Liebe Lisa!

    Herzlichen Glückwünsch zu eurem Bauwagen, bin gespannt wies weitergeht :)!!

    Ganz unabhängig davon, aber ich muss es sagen: Ihr hättet den AUF KEINEN FALL so ziehen dürfen, da habt ihr gleich mehrere Verbote missachtet…bitte macht das nicht mehr, das ist wirklich unter Umständen auch für andere Verkehrsteilnehmer*innen gefährlich.

    Glg Sara

  8. Valentin

    Hallo Lisa,

    das hört sich ja super an. Bin auch am Überlegen einen Bau- oder Wohnwagen zu besorgen.
    Ich hab nur das Problem, dass ich nicht weiß wo ich so einen Wohnwagen hinstellen kann, um da drin dauerhaft zu wohnen. Wie macht Ihr das?

    Viel Erfolg mit dem Bauwagen.
    Valentin

  9. Julia

    Bravo!!
    Du hast ganz tolle Freunde!

    Bin schon sehr gespannt, wie du weitermachst, der Wagen schaut super aus! Wirst du Sanitäranlagen auch rein bauen ? Dusche und Kompostklo, so wie in einem tiny House? (Bin auch ein groooßer Fan von diesen kuscheligen kleinen Dingern.)

    Alles Gute weiterhin!
    Julia

  10. Nadine

    Sehr cool!
    Bin gespannt auf Euren Ausbau! :-)
    Mich haben Bauwägen irgendwie noch nie gar so sehr angemacht (dann eher noch so kompaktere Wägen zum Reisen) – aber umso mehr dafür die Jurten. Vielleicht wird das eines Tages bei uns auch noch was – spätestens für Kurse oder Hofgäste. :-)

Schreib uns Deine Meinung!

Wir freuen uns darüber, dass du zum Thema beitragen willst.

Mit dem Absenden dieses Kommentars akzeptierst du die Kommentar-Richtlinien.