Ein Gastartikel auf Lisa und Michaels Blog:

3 Fragen, um Deiner Utopie näher zu kommen

Tobi Rosswog
Von Tobi Rosswog
23. November 2015

Die meisten Menschen scheinen weit von ihrer persönlichen Utopie entfernt. Das zeigt leider auch die Erfahrung mit Menschen, wenn diese sich zu der Fragen positionieren dürfen, ob sie selbstbestimmt ihre Utopie leben. Kaum ein Mensch steht da im Bereich des Positiven.

rötlicher Sonnenuntergang am Meer mit Strand

Die alltägliche Fremdbestimmung

Leider ist das Ergebnis nicht verwunderlich. Wie sollen wir selbstbestimmt unseren Weg finden, wenn wir tagtäglich lernen fremdbestimmt und nicht sinngebend einer Tätigkeit nachzugehen. Das beginnt bereits in der Schule, wenn Du nach dem Lehrplan und nicht nach Deinem eigenen Zeitplan das machst, was Dich interessiert und Dir gefällt.

Wenn Du aus der Schule kommst, hast Du zum großen Teil bereits Deine eigene Motivation und Deine Interessen verloren und vergessen.

Gerade wenn wir mit living utopia junge Menschen nach der Schule während eines Projekttages zum Thema „Lebe Deine Utopie“ zum Beginn ihres Freiwilligenjahres fragen, ob sie nun eine Idee haben, was sie gerne machen möchten, ist das Ergebnis ernüchternd. Die meisten Jugendlichen wissen es gar nicht.

So passiert es, dass sie zum Großteil beginnen Standartberufe zu erlernen. Dieser Beruf wird dann unmotiviert ausgeführt und unsere Berufung werden wir vielleicht nicht mehr finden.
Was glaubst Du? Wie viel Prozent sind mit ihrem Job unzufrieden? 30%, 50%, 70% oder 90%?
Eine Überschrift im Handelsblatt titelt dramatisch mit einer offiziellen Zahl, die sie aus verschiedenen Studien belegt wissen: „90 Prozent sind mit ihrem Job unzufrieden“ Du auch?

Assoziationen zu Arbeit während des Tag der Utopie: Arbeit - kündigen - Tätigkeit - Talente - Begabung - Taler - Bestimmung - Glück - Sinn - Zufriedenheit

Entweder kündigen oder Arbeit als sinngebende, selbstbestimmte Tätigkeit verstehen?!

Aber wie sollen wir denn auch motiviert und inspiriert voller Kreativität unserem eigenen Herzen folgen und unsere Utopie leben?

Dazu scheinen drei Fragen sehr spannende Impulse zu geben, die ich gerne mit Dir teilen möchte.
Wenn Du magst, kannst Du Dir einen Zettel und Stift nehmen, damit Du Deine Ideen auf die Fragen gleich aufschreiben oder aufmalen kannst. Lass Dich drauf ein und probiers aus.

#1: Was ist Dein Herzensthema?

Halte bei dieser Frage kurz inne – spür und denk darüber nach. Versuch außerhalb der allgemeinen Themen, die gerade Deinen Alltag bestimmen, tiefer zu blicken. Was schlummern da für Herzensthemen? Sei kreativ und nimm Dir die Zeit, die Du brauchst, um danach weiterzulesen mit Frage #2.

#2: Was motiviert Dich aktiv zu sein?

Was ist der Grund warum Du morgens aus dem Bett springst, wenn Du mal so motiviert bist, dass Du das tust? Hat es was mit Deinem Herzensthema zu tun? Welche Gründe der eigenen Motivation gibt es? Was sind das für Situationen, in denen Du motiviert bist?

#3: Was hindert Dich aktiv zu sein?

Nachdem wir uns dem eigenen Herzensthema ein wenig genähert haben und erahnen können was uns motiviert aktiv zu werden, ist die dritte wichtige Frage: Welche Hindernisse stehen Deinem Herzensthema und Deiner Motivation manchmal im Weg? Was sind das für Situationen, die Dich hindern motiviert und mit vollem Herzen selbstbestimmt aktiv zu sein?

Und: Was steht nun so auf Deinem Zettel?

Bild eines Zettels zum Thema Utopie leben mit den Fragen 1) Was ist mein Herzenswunsch? ... 2) Was motiviert mich aktiv zu sein? ... 3) Was hindert mich aktiv zu sein?

Welche Impulse hast Du bekommen? Erkennst Du Schritte, um Deiner Utopie näher zu kommen? Dann fang damit an und erweitere Deine Komfortzone. Wichtig ist, dass Du die ersten vorsichtigen Schritte gehst und damit in Deinen Flow kommst.

Was hält Dich jetzt noch ab?

Na klar: Es gibt immer Gründe nicht heute schon der eigenen Utopie näher zu kommen. Wir kennen das alle! Wir projizieren unser Glück und unsere Utopie in die Zukunft. Wir glauben, dass wir erst nach dem Abi, nach der Arbeit, nach dieser Aufgabe oder diesem Lebensabschnitt anfangen können zu leben. Eine Paliativpflegerin schrieb ein Buch mit dem Titel: „Die fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“.

  • „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben“
  • „Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet“
  • „Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein“

Aber wenn wir Tod sind, ist es zu spät für diese Erkenntnisse.

Jetzt geht’s los!

Lebe Deine Utopie – jetzt! Wenn Du immer weiter Richtung individueller Utopie gehst, wird das auch Auswirkungen auf die gesamtgesellschaftliche Utopie haben. Das hängt beides eng miteinander zusammen. Denke also ab und zu auch mal ein bisschen größer. Aber erst mal ist es wichtig los zu gehen! Viel Freude dabei! Für unsere Internet-Kampagne geldfreierleben.de habe ich ein 15 seitiges eBook namens „Lebe Deine Utopie“ geschrieben, in der neben den drei Fragen auch noch andere motivierende und inspirierende Ideen sind. Schau gerne rein!

Gerne kannst Du auch noch einige Impulse oder AHA-Momente teilen, die Dir bei den Fragen in den Sinn gekommen sind. Also ab in die Kommentare damit. Ich bin auf jeden Fall gespannt und freue mich auf einen Austausch!

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Dieser Artikel ist ein Gastartikel. Vielen Dank an die Gastautorin bzw. den Gastautor. Dieser Blog "Experiment Selbstversorgung" wird von Lisa Pfleger und Michael Hartl betrieben. Solltest Du auch eine Idee für einen Gastartikel haben, lies Dir gerne unsere Informationen dazu durch!
Dieser Artikel ist mehr als ein Jahr alt. Es muss daher nicht sein, dass wir jedes einzelne Wort immer noch so schreiben würden wie damals. Wenn Fragen sind, kommentiere einfach zum Artikel, dann antworten wir Dir gerne.

15 Gedanken über “3 Fragen, um Deiner Utopie näher zu kommen

  1. Petra aus Bayern

    Hallo Tobi,
    für mich ist das gerade ein sehr aktuelles Thema.
    Nach einigen Schüler- und Lehrerübergriffen habe ich meine
    Kinder aus der Schule abgemeldet…
    Meine Kinder hatten Angst in die Schule zu gehen, konnten sehr schlecht Schlafen und entwickelten sich zu Unglücklichen Persönlichkeiten.

    Seit 4.Monaten gehören wir zu einer wachsenden Minderheit
    in Deutschland, zu den FREILERNERN. Trotz Verbot ist das Freilernen
    für uns die einzig Richtige Lebensart, wir sind Freigeister und passen in keine Schublade. Als ich 8.J war spürte ich bereits das Schulzwang im Naturgesetz kein Recht besitzt. Ich wollte einem Schulfreud Zusammen im zarten Altern von 8.Jahren meinen Schulranzen im Fluss versenken…
    Die Schule war die Höhle für mich, ich konnte/wollte mich einfach
    nicht dauernd rumkommandieren lassen. Autorität Personen haben es mit mir heute noch schwerer den nun bin ich als Erwachsene Frau auf Augenhöhe und sage ihnen was meine Kinder möchten. Denn so wie es aussieht haben Kinder keine MENSCHENRECHTE, alles wird über ihr Köpfe bestimmt. Zu jedem Gespräch durften meine Kinder dabei sein, den es ging ja UM IHR Leben. Heute Weiß ich, das Schulzwang ein Verbrechen gegen Kinder ist. Eine Freiheitsberaubung ist immer Strafbar! Jeder Mensch hat zur Geburt ein Geschenk des Lebens bekommen: LEBENSZEIT und diese gehört zu 100% diesem Menschen. Keine PERSON hat das Recht über die Lebenszeit meiner Kinder zu Bestimmen…

    Wenn wir uns mal Gedanken über diesen Schul-Zwang machen, Wissen wir warum unsere Gesellschaft so ist wie sie ist. Das ist die Wurzel allen Übels, die Werbung übernimmt Zusammen mit GIER & MACHT den Rest.
    Und dann wundern wir uns warum wir keine Perspektiven mehr haben?

    Die Wunden meiner Kinder heilen, es geht ihnen schon viel besser.
    Sie haben eine NEUE Chance bekommen, sie sind nun FREI von Zwang…
    Es ist ein Familien Experiment ich freue mich jeden Tag,
    wie viel Freude da plötzlich (WIEDER) zum Vorschein kommt.

    Heute Frage ich mich warum da so ein Theater um die ganze Einschulung gemacht wurde? Für unsere Familie war das der Beginn einer Schmerzhaften, Bevormundeten Zeit…

  2. Claudia

    hmmm… ich habe den richtigen Beruf gelernt… ich bin glücklich mit meinem Beruf….ABER…ich kann ihn nicht ausüben…weil alle meine Bewerbungen erfolglos sind…und Nu? Ich bin Gärtnerin und habe meine Ausbildung im Botanischen Garten gemacht…ich möchte für eine Stadt oder Gemeinde arbeiten und diese nach dem Vorbild Andernach´s nach den Leitgedanken der Permakultur Stück für Stück in ein Paradies für die Bürger verwandeln… klar könnte ich mich auch bei einem Nullachtfufzehngärtner bewerben… ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass Chefs in dieser Branche Tyrannen sind und da hab ich keinen Bock drauf.

    1. Andi

      Na toll, das trifft sich ja prima – da könntest du ja gerne bei meiner Permakultur aushelfen, wenn es nicht zu weit weg ist.
      Permakultur in der Stadt interessiert mich zwar nicht, aber mein Traum ist, dass wir endlich unsere langweiligen Monokulzurlandschaften in schöne essbare landschaften gestalten mit hoher Sortenvielfalt – in ein Paradies nach permakulturart….

    2. Regina

      Hallo Claudia,
      ich kenne deinen Wunsch sehr gut und kann mich gut einfühlen.
      Nun bin ich schon 60 Jahre und auf dem Weg auch meinen Wunsch zu erfüllen hier im Sonnenschein. Zu Zeit habe ich viel freien Platz in meinem Ferienhaus und möchte dir anbieten, mich doch mal zu besuchen. Einfach nur so, frei, um zu denken, zu planen und über Wünsche und das Leben zu sprechen. Hast du Lust, oder ist es zu weit bis zu uns. Wenn du Zeit und Lust hast, melde dich einfach. Ich werde mich freuen. Liebe Grüße aus dem Sonnenschein von Regina http://www.FerienImSonnenschein.de

  3. Alex

    So, nach meine Kritik auf Twitter jetzt hier als Kommentar, wird wohl etwas länger.
    Was mich stört ist der manipulative Charakter des Textes: Es wird eine Zahl genannt (90%) aus 2009, wobei es mind. genauso viele Umfragen gibt die andere Zahlen benennen, vor allem auch aktuellere.
    Aber anscheinend passt diese Zahl besser ins Konzept, denn auf dieser Basis wird die These des Autoren untermauert die Menschen seien unzufrieden, weil sie fremdbestimmt sind, es nie anders gelernt haben, das es anders wäre, wenn sie sich selbst verwirklichen und ihre Utopien ausleben/umsetzen.

    a) Ignoriert/unterschlägt der Autor die Begründungen in den Umfragen, aus welchen Gründen diese Menschen mit ihren Jobs unzufrieden sind,stattdessen nutzt er seine eigene These zur Begründung, ohne diese exakt verifizieren zu können..er unterstellt einfach das seine Vermutung wahr ist…..
    b) wird damit meiner Meinung nach „Fremdbestimmung“ als etwas Negatives besetzt und Selbstverwirklichung per se als etwas Positives (so lese ich es zumindest heraus)…
    c) der scheinlogische Kurzschluss das wenn Mensch an sich denkt (in positivem Sinne) damit automatisch auch gesamtgesellschaftlich was Positives bei herauskommen wird/muss.

    Durch diesen manipulativen Einstieg lese ich auch den Rest des Textes in einem anderen Kontext, denn durch diese Grundgedanken „Wenn jeder an sich denkt ist wenigstens an jeden gedacht“ und „Fremdbestimmt=Schlecht“ findet eine differenzierte Betrachtungsweise nicht mehr statt.
    Der Fokus des Textes liegt auf der Selbstbestimmtheit, das Erweitern der eigenen „Komfortzone“ und Hindernisse der Selbstbestimmtheit einfach aus dem Weg zu räumen. Das ist meiner Meinung nach eine Utopie, die einiges schafft, aber bestimmt keine bessere Gesellschaft. Für das Individuum sicherlich toll, für eine Gesellschaft und den Menschen als soziales Wesen lasse ich das mal dahingestellt.

    Die These verkennt meiner Meinung nach den Menschen als soziales Wesen. Menschen befinden sich immer in Wechselbeziehungen mit anderen Menschen und sind damit IMMER fremdbestimmt, unabhängig vomTätigkeitskontext, mal mehr, mal weniger, ganz individuell.
    Mensch kann fast immer entscheiden, ob Mensch sich fremdbestimmen lassen will oder nicht. Ganz platt dargestellt: 100% egoistisch= 0% fremdbestimmt, umgekehrt 0 % egoistisch = 100 % fremdbestimmt, um mal in Extremen zu bleiben. Auch Verantwortung übernehmen, gerade auch für andere Menschen, heißt fremdbestimmt sein. Ich kann Verantwortung ablehnen für mein Handeln und dessen Auswirkungen auf andere Menschen und nur an meine Bedürfnisse denken (Selbstbestimmheit), dann bin ich nicht mehr fremdbestimmt. Aber ob Ablehnen der Verantwortung für eigenes Handeln dann eine bessere Gesellschaft schafft, wage ich zu bezweifeln.
    Das gilt eben nicht nur für den sozialen Bereich, sondern auch für den Tätigkeitsbereich. Auch hier gibt es Abhängigkeiten (Fremdbestimmung), welche nicht zwingend als negativ empfunden werden und für ein funktionierendes Gesamtes sorgen. Der Text negiert dieses aber gleich schon zu Beginn mit seiner 90%-Umfrage und seiner Interpretation dieser Aussage und unterstellt das Mensch damit nicht zufrieden sein KANN. Der Fokus des Textes liegt auf der Selbstbestimmtheit und am Schluß des Textes untermauert er seine These nochmals damit, das er EINZELNE Aussagen heranzieht in der Menschen im Rückblick ihr geführtes Leben bedauern…ohne auch hier zu beachten wie reflektiert diese Erfahrungen der Aussagenden waren und ob es nicht auch andere Menschen gibt die eben das gleiche anders beurteilen.

    Aufgrund dieses einseitigen und manipulativen Charakters des Textes hatte ich eben diesen kritisiert. Ich will dem Autoren (Tobi) keine Absicht unterstellen, vielleicht geschah dies auch unabsichtlich, als Strategie um sein Lebensmodell zu publizieren und zu verbreiten sicherlich gut, aber es bleibt ein verkürzender, einseitiger und manipulierender Text den ich für undifferenziert halte und der die negativen Aspekte einer solchen Lebenseinstellung schlicht ausblendet.

    So, bis hierher erstmal, war ein langer Tag, ist nicht böse gemeint, aber ich hatte ja eine Antwort hier im Blog versprochen.

    Alex

    1. Tobi RosswogTobi Rosswog Beitrags Autor

      Lieber Alex,
      danke Dir sehr für Dein Kommentar zu so später Stunde.
      Da hast Du natürlich so einiges vorgelegt und vermutlich kann ich nicht auf alles final eingehen.

      @Zahlen: Welche Zahlen hast Du denn so gefunden? Zeig mir bitte gerne auch die Studie, die am weitesten von der von mir gewählten Zahl entfernt ist. Das würde mich total interessieren.
      Wichtig ist bei allen Zahlen aus meiner Perspektive sinnvoll zu bedenken, dass sie nicht die absolute Richtigkeit haben werden. Mir geht es dabei eher um eine Tendenz. Ich war selbst von den Zahlen der Studie überrascht und nehme künftig auch gerne andere Zahlen auf, wenn Du mir diese zeigst.
      Mir geht es mit der Zahl nicht darum einen manipulativen Moment zu schaffen, sondern auf die Herausforderungen unserer Zeit hinzuweisen. Die Aussage, die klar werden sollte – und auch, wenn es nur 50% unzufriedene Menschen im Job wären – dass es durch verschiedene Fragen zur Selbstreflexion sicherlich spannende Perspektivwechsel geben kann.

      @Manipulation: Ich denke, dass wir uns momentan gegenseitig alle und immer manipulieren. Das ist wohl ein Dilemma innerhalb der Kommunikation. Wir beeinflussen uns jederzeit, wenn wir in Interaktion treten. Mir ist dabei viel wichtiger, dass wir das klar haben und jedes Mal mitdenken.

      @Fremdbestimmung:
      Wieso „Fremdbestimmung“ auch positiv sein soll, erschließt sich mir nicht. Aber vielleicht hast Du Beispiele, die es konkret machen?
      Ich stelle mir eine zukunftsfähige Gesellschaft von Morgen schon so vor, dass Menschen selbstbestimmt ihre Talente entfalten und diese dann dem Gemeinwohl dienlich einbringen. Dein bisheriges Beispiel zeigt mir, dass wir ein unterschiedliches Verständnis von „Fremdbestimmung“ haben. Ich kann sehr wohl 100% selbstbestimmt Verantwortung für andere Menschen übernehmen, weil ich mein Talent darin sehe, andere Menschen auf ihrem Weg zu begleiten (in welcher Form auch immer). Und damit wird vermutlich klar, dass ich selbstbestimmt auch nicht mit egoistisch gleichsetze.
      Ein Ablehnen von Verantwortung halte ich – ob selbst- oder fremdbestimmt – selbstverständlich nicht für zukunftsfähig. Das ist natürlich logisch!

      @Mensch ein soziales Wesen: Jap – unbedingt ist er das! Wir sind von einander abhängig und das ist auch wunderbar. Die Frage ist nur, ob wir innerhalb des Zusammenlebens das bewusst haben und gleichzeitig selbstbestimmt uns einbringen können.

      Die allgemeine Herausforderung in diesem Artikel scheint mir eher darin zu liegen, dass ich nicht alles bis ins Letzte erklären und beschreiben kann, weil ein Blogartikel nun mal nicht so viel Platz lässt. Dadurch ist einiges sicherlich verkürzt dargestellt und einige Gedanken bedürfen sicherlich einer weiteren Erklärung. Vielleicht komme ich in weiteren Artikeln dazu, sodass die Idee klarer wird.
      Aus meiner Erfahrung kommt oftmals erschwerend hinzu, dass auf der einen Seite am Status Quo diskutiert wird und auf der anderen Seite zeitgleich schon eher an eine zukünftige Gesellschaft gedacht wird. Das bedeutet, dass auf zwei verschiedenen Ebenen der Austausch stattfindet.

      Gerne würde ich mich mit Dir mal persönlich austauschen, weil dann vermutlich weniger Kommunkationsschwierigkeiten auftauchen. Vielleicht begegnen wir uns ja mal auf einem meiner Vorträge und können direkt die Punkte aufgreifen und beschnacken. Würde mich auf jeden Fall freuen!

      Danke Dir auf jeden Fall sehr für Deine Kritik. Ich freue mich schon sehr auf die anderen Studien zu dem Themenfeld „Unzufriedenheit im Job“ ;)

      Alles Liebe,
      tobi

      1. Alex

        Hallo Tobi,
        der Einfachheit halber geh´ich mal schlicht auf die von dir genannten Punkte ein:

        @ Zahlen
        http://www.sueddeutsche.de/karriere/studie-zu-zufriedenheit-im-job-ein-bisschen-auf-dem-sprung-1.2326518
        http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/studie-deutsche-sind-zufrieden-mit-ihrer-arbeit-13735257.html
        Die beiden Links sind nur Beispiele, gibt weitaus mehr und die Ergebnisse differieren je nach Jahr und aktueller Umstände.
        Auch wenn sie Studien genannt werden sind es imho keine im wissenschaftlichen Sinne, sondern lediglich Umfragen unter 1000-4000 Personen. Die einfachen Zahlen sagen jedoch nichts aus, wenn man die Begründungen für die Antworten außer Acht lässt. Einfach eigene Begründungen für Unzufriedenheit zu unterstellen und darauf dann eine Lebensphilosophie begründen ist so…naja.

        @Manipulation
        Ich differenziere zwischen beeinflussen und manipulieren. Beeinflussen ist für mich zum denken anregen, alle Aspekte beleuchten und dem gegenüber sich dann eine eigene Meinung bilden lassen bzw. eigene Schlußfolgerungen ziehen lassen. In dem Moment wo ich einseitig informiere oder Schlußfolgerungen vorgebe, manipuliere ich. Ob ich das dann vorgeblich für ein höheres Ziel mache oder lediglich in eigenem Interesse spielt für mich dabei keine Rolle! Der Unterschied ist für mich jedenfalls eklatant, da Manipulation in diesem Sinne für mich das Gegenteil von eigener (selbstbestimmter) Persönlichkeitsentwicklung ist.

        @Fremdbestimmung
        Beispiel: Ja! Wenn ich Verantwortung für einen anderen Menschen übernehme, aus emotionalen Gründen, sozialen oder welchen auch immer, übernehme ich diese natürlich selbstbestimmt, das ist meine Entscheidung. In diesem Moment aber gebe ich einen Teil meiner Selbstbestimmtheit auf und gehe auf die Bedürfnisse des anderen ein, tu vielleicht auch Dinge die ich nicht mag oder zu denen ich keine Lust habe, aus Rücksicht/Fürsorge oder was auch immer für den anderen Menschen. Ab da bin ich ein Stück weit fremdbestimmt, denn ich tu etwas nicht weil ich es will, sondern die Person für die ich Verantwortung übernommen habe es möchte oder braucht. Gegenseitige Rücksichtnahme, Fürsorge, soziales Miteinander enthält für mich immer den Aspekt der Fremdbestimmung und in diesem Falle für mich nicht negativ, denn Mensch kann dabei auch viel gewinnen.
        Möchte ich das nicht und wieder 100% Selbstbestimmt sein, gebe ich diese Verantwortung einfach wieder ab (Egosimus). DANN bin ich wieder Frei, Selbstbestimmt, Unabhängig.

        @Mensch
        Damit war von mir gemeint, wenn ich mir meiner sozialen Verantwortung bewusst bin, kann ich mich zwar immer selbstbestimmt einbringen, was ja meiner bescheidenen Meinung nach auch logisch ist; Mensch sollte sich immer im Klaren sein, was er tut. Aber in der sozialen Wechselwirkung sind wir, wenn wir es ernst meinen, nie zu 100% selbstbestimmt, sondern immer zu einem Teil auch wie oben beschrieben fremdbestimmt. Zu welchem Teil mag ein jeder für sich selbst festlegen. Fremdbestimmung sollte nie zur völligen Selbstaufgabe führen, aber immer zu Kompromissen…und/oder in anderem Falle eben zu Konsequenzen.

        Wer eine soziale, funktionierende Gesellschaft möchte sollte ein Maß finden zwischen individueller Selbstbestimmtheit und sozialer Fremdbestimmtheit. Wer einem von beiden einseitig den Vorrang gibt und nicht auf alle Aspekte hinweist die Mensch auch befähigt, abwägen und entscheiden zu können sollte sich nicht wundern wenn Mensch so eine Gesellschaft kreiert, die an sich selbst scheitern muss….oder letztenendes wieder da landet wo sie jetzt schon ist, weil Mensch ohne entsprechende Reflexion aufgrund des Menschseins alte Fehler wiederholt und damit Geschichte schlicht reproduziert.

        So, langt erstmal…wenn es der Zufall/Schicksal will, begegnen wir uns mal, würde bestimmt interessant werden. Ich hoffe ich habe mich nicht allzu unklar ausgedrückt und wünsche dir/euch noch einen schönen Abend ;)

        LG Alex

    2. Jens

      Hallo zusammen,

      kurz zu mir der Einordung wegen: Ich bin selbständig und aktuell dem klassischen System von Lohn und Arbeit sehr verhaftet. Dennoch interessiere ich mich sehr für Gedankengänge, die sich mit alternativen Wegen einer Lebensgestaltung beschäftigen. Hier ein, zwei Gedanken zum Thema: Ich halte Geld, Münzen, Steine, Gold, what ever als Zahlungsmittel um den Tausch von Waren und Leistungen einfacher zu gestalten für akzeptabel. Ich sehe die Möglichkeit Zahlungsmittel anzuhäufen und dann gegen die Zahlung von Zahlungsmitteln zu verleihen viel problematischer. Solange ein Mensch für den Gegenwert eines Zahlungsmittels gearbeitet hat, ist es praktisch und macht den Austausch von Leistungen und Gütern sehr einfach. In dem Moment, wo ein Mensch ein Zahlungsmittel verleiht, um das Zahlungsmittel arbeiten zu lassen und dann mehr zurückbekommt, ohne dafür selbst zu arbeiten, wird es problematisch. Auf den Punkt: Ein Leben ohne Geld würde ich als unbequemen Rückschritt empfinden, da ich gern Leistungen und Güter tauschen möchte. Auf eine Wirtschaft ohne Zins und Zinseszins würde ich mich einlassen. Das wäre aus meiner Sicht ein interessanter wichtiger Schritt…

      1. Tobi RosswogTobi Rosswog Beitrags Autor

        Lieber Jens, danke Dir sehr für Diene Gedanken. Sicherlich ist im Hier und Jetzt das Koordinationsmittel Geld noch nicht weg zu denken, weil wir dann sofort wieder in die Tauschlogik verfallen. Dahin möchte ich aber auch nicht. Ich möchte einen Schritt weiter gehen: Wir sollten eine Gemeinschaft beruhend auf der Idee des Schenkens und Teilens begründen ;) Das wäre auf jeden Fall eine spannende Perspektive wie ich finde.

        Natürlich ist dieser konsequent radikale Schritt nicht leicht mit zu denken – vor allem nicht aus der Sicht des Status Quo. Aber ich kann es nicht oft genug wiederholen: Nur weil heute etwas nicht denkbar ist, heißt das nicht, dass es unmöglich ist ;)

  4. Karin Theresa

    ich finde deinen artikel großartig und obwohl ich die meiste zeit meines lebens zufrieden bin, habe ich doch ein ABER.

    den viele träume lassen sich aufgrund einiger dinge schwer erfüllen. es gibt menschen, die aus einem familiensystem kommen, wo sie es nie leicht hatten oder wo sie überhaupt nur das hatten, was sie zum überleben benötigten. hinten und vorne fehlt das geld, schon bei der schul,- oder ausbildung war es ersichtlich.
    und heute ist es nun mal so, dass geld die welt regiert und man für viele dinge im leben nun mal geld benötigt. du kannst heute keine gute ausbildung ohne geld mache. hast du keine ordentliche bildung, ist es sehr schwer sich den traum von der berufung zu erfüllen.

    ich habe mir heute fast jeden traum erfüllt, aber ich bin dafür durch die hölle gegangen. ich musste wirklich fast jeden drecksjob machen, damit ich mir eine ausbildung (als alleinerziehende mutter, die nicht mal alimente bekam) finanzieren konnte, die nach und nach meiner berufung und meiner inneren glückseligkeit entsprach.

    auf diesem weg sollte utopie doch nicht stattfinden oder? wenn ich mir so all diese dinge erfüllen muss, dann macht es keine freude und irgendwann hört man auf zu träumen.

    lieben gruß aus dem paradies mühlviertel,

    karin theresa

    1. Tobi RosswogTobi Rosswog Beitrags Autor

      Liebe Karin,
      danke Dir für Deinen Kommentar.
      Auf jeden Fall hast Du Recht, dass die Situationen in der wir uns befinden unglaublich viel davon geprägt ist, wie wir sozialisiert und aufgewachsen sind. Da stimme ich Dir voll zu und hoffe nicht, dass in dem Artikel so die Message rüber kam „Jede*r ist seines Glückes Schmied*in!“. So nach dem Motto: „Du musst nur hart genug arbeiten und dann schaffst Du alles.“. Diese Gedanken und Ideen halte ich auch für absurd und vollkommen gefährlich.

      Ich möchte mit dem Artikel einfach nur durch drei Fragen die Möglichkeit der Selbstreflexion geben. Es ist ein Impuls aus dem jede*r für sich das machen kann, was er oder sie möchte.

      Deinen folgenden Punkt finde ich sehr spannend: „und heute ist es nun mal so, dass geld die welt regiert und man für viele dinge im leben nun mal geld benötigt. du kannst heute keine gute ausbildung ohne geld mache. hast du keine ordentliche bildung, ist es sehr schwer sich den traum von der berufung zu erfüllen.“
      Ich glaube durchaus, dass wir uns in vielen Fällen (nicht allen!) geldfreier (sprich unabhängiger von Geld und damit auch Besitz) machen können, damit eben nicht die Fokussierung aufs Geld geschieht, die dafür sorgt, dass dieses Mittel scheinbar die Welt regiert. Einiges zu dieser Idee kannst Du in meinem letzten Artikel „geldfreier leben …“ lesen oder direkt auf unserer Kampagnenseite geldfreierleben.de.
      Die Fragen, die ich mir außerdem stelle – Was bedeutet überhaupt „gute Ausbildung“? Ich glaube, dass Berufung nicht unbedingt etwas mit einer klassischen Ausbildung zu tun haben muss. Es gibt immer mehr Freilerner*innen, die zeigen, dass Du einfach so Deine Berufung entwickelt kannst – vermutlich sogar viel besser.

      Am Ende stimme ich Dir aber unbedingt wieder vollkommen zu: Der Weg zur persönlichen Utopie sollte am besten im Flow stattfinden. Die Utopie am Horizont wahrzunehmen, ist gleichzeitig ein wichtiger Schritt zur eigenen Motivation!

      Alles Liebe,
      Tobi

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