12 Schritte gegen Klimawandel und für Klimagerechtigkeit

Michael Hartl
Von Michael Hartl
21. Juni 2015

Wir leben auf einer Welt, deren Ökosystem Belastungsgrenzen hat. Und wir als Menschen, als Teil dieses Ökosystems, bringen dieses und uns an die Grenzen dieser Belastungsfähigkeit. Ebenso kratzen wir schon lange an den Grenzen des Wachstums. Viele glauben immer noch, dass wir eine technologische Lösung finden werden oder das mit ein bisschen „grün“ hier und da die Wirtschaft und alles andere ganz fein werden auf einmal. Oder leugnen gar eine drastische Veränderung dieses Ökosystems, von dem der Klimawandel ein ganz deutlicher Aspekt ist. Leider bringt ein Leugnen nicht viel, denn auch Skepsis am nächsten Sonnenaufgang, oder dessen Leugnung, wird nicht viel daran ändern. Die Sonne wird wieder aufgehen und das Klima verändert sich deutlich.

Leider sind auch viele Aktionen und Kampagnen der letzten Jahre nicht gerade so gestrickt gewesen, dass ich jubelnd aufgesprungen wäre. Im Gegenteil: Es fällt mir immer schwerer, halbherzige Kampagnen zu unterstützen. Was wir brauchen, ist eine radikale Änderung unserer Lebensgewohnheiten und des gesamten Systems. Wirtschaft, Politik, unsere Leben und die Art und Weise, wie wir unsere Bedürfnisse stillen, muss überdacht und verändert werden. Und je eher wir beginnen, umso weicher wird der Übergang zu einer neuen Art des Lebens sein.

Logo der Kampagne System Change, not Climate Change!Sehr stimmig fühlt sich für mich hier das Positionspapier „System Change, not Climate Change!“ an, welches stark an die Wurzeln der Probleme geht.

8 Punkte, die wir jetzt fordern und auch selbst umsetzen müssen

  1. Verbindliches 2 Grad Ziel und klar definierte Grenzwerte statt freiwilliger Versprechen
  2. Erneuerbare Energie und Energiedemokratie, sowie klare Reduktion unseres Energiekonsums
  3. Regionale, bedürfnisorientierte Wirtschaftskreisläufe, in denen wir von einer Wegwerf- zur Reparaturgesellschaft werden
  4. Ernährungssouveränität, biologische Produktionsweise und deutlich weniger Konsum tierischer Lebensmittel
  5. Öffentlicher und umweltschonender Verkehr, mit einem Schwerpunkt auf Mobilität zu Fuß und dem Fahrrad
  6. Gemeingüter wie Wasser, Saatgut, Land, Wälder, Seen, Rohstoffe, Luft und Wissen zurückerobern – gemeinsam nutzen, was uns allen gehört – Schluss mit der Privatisierung
  7. Arbeit, Zeit, Einkommen und Vermögen umverteilen
  8. Internationale Solidarität und Übernahme von Verantwortung durch die industrialisierten Länder

Es braucht Gesellschaftssysteme, in denen das „gute Leben für alle“ im Zentrum steht und nicht die Profite weniger. Ein „gutes Leben für alle“ umfasst die Gerechtigkeit zwischen allen Menschen verschiedener Geschlechter, Herkunft, Hautfarben, Religionen und sexueller Orientierungen – jetzt und für zukünftige Generationen.
Aus dem Positionspapier der Kampagne System Change, not Climate Change

Teilnehmende an der Kampagne System Change, not Climate Change! halten Tafeln mit darauf geschriebenen Forderungen in die Kamera. Collage aus Einzelbildern.

4 Punkte, die wir gemeinsam verhindern müssen

Mich hat an dem Positionspapier „System Change, not Climate Change“ besonders auch überzeugt, dass es sich klar gegen Pseudo-Lösungen stellt. Es geht, wie im Positionspapier so schön beschrieben, um Antworten auf die Klimakrise, welche deren Ursachen angehen und die Probleme nicht weiter verschärfen. Leider werden einige Antworten im öffentlichen und politischen Diskurs gegeben, die dem nicht entsprechen.

Bei den Wurzeln der Klimakrise anzusetzen heißt, die derzeit vorherrschende kapitalistische Produktions- und Lebensweise, die auf der Ausbeutung von Menschen und Natur, auf unendlichem Profit- und Wachstumsstreben sowie auf Konkurrenz beruht, zu überwinden. Diese Lebensweise ignoriert die physischen Grenzen unserer Erde. Eine grundlegende Voraussetzung dafür, dass sich die Klimakrise nicht weiter verschärft, ist die Transformation unseres Wirtschaftssystems. Wir stellen uns daher gegen Lösungsvorschläge, welche dieses Wirtschaftssystem und seine Logiken vorantreiben.
Aus dem Positionspapier der Kampagne System Change, not Climate Change

Die vier Punkte lauten:

  1. Kein „Weiter wie bisher“, sondern ein Ende von Wirtschaftswachstum und der Konzentration auf fossile Brennstoffe
  2. Nein zur „Green Economy“ und anderen Grünfärbereien
  3. Keine falsche Hoffnung auf rein technologische Lösungen
  4. Freihandel eingrenzen statt ausweiten und TTIP, CETA, TISA und den vielen anderen derzeit verhandelten Abkommen entschlossenen Widerstand entgegensetzen.

Sei Teil dieser Bewegung für mehr Klimagerechtigkeit

Foto von Menschen auf einem Feld im Sonnenuntergang

Egal ob Du Dich als Umweltschützer*in, Kämpfer*in für soziale Gerechtigkeit oder Menschenrechtsaktivist*in siehst, der Klimawandel geht uns alle an. Wir brauchen einen Systemwandel. Der „per desaster“ sowieso kommt. Also sollten wir ihn doch lieber gemeinsam und demokratisch vorher „per design“ gestalten. Denn eine Welt, in der die Ungerechtigkeiten zunehmen und durch die Folgen eines Klimawandels massiv verschärft werden, ist kein feiner Ausblick.

Eine Welt, in der wir gemeinsam das Steuer in die Hand nehmen, in der wir gemeinsam eine lebenswerte Zukunft gestalten und in der wir Gerechtigkeit und Liebe zu den Leitmotiven werden lassen, ist eine Welt, in der ich leben möchte. Darum freue ich mich über jede*n von Euch, die*der sich weiter mit der Kampagne „System Change, not Climate Change!“ auseinandersetzen möchte und die das Positionspapier verbreiten und damit uns alle unterstüzten werden!

Hier gibt’s verschiedene Informationen:

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26 Gedanken über “12 Schritte gegen Klimawandel und für Klimagerechtigkeit

  1. Werner Sangel

    Es funktioniert, aber dafür ist noch einiges notwendig!

    Wenn ich diesen, aus dem Ruder gelaufenen Ökohype analysiere, dann komme ich unweigerlich zu dem Schluss, dass wieder und wieder allein nur die Finanzinteressen zählen. Es ist schwer zu ertragen, dass wegen dieser ach so wichtigen Energiewende, mehr Umweltzerstörung begangen wird als jemals zuvor in unserem Land. Nur ein Beispiel: So werden für Windparks ganze Wälder und Ökosysteme geopfert, der Tierschutz, insbesondere der Vogelschutz verkommt hierbei in fast allen Fällen zur Farce. Gegner die hier Einspruch einlegen werden in die Ecke von unverbesserlichen Atombefürwortern gestellt. Was aber hat uns dieser ganze Irrsinn Energiewende gebracht? Das hochfahren Kohlekraftwerken bis an die Kapazitätsgrenze. Noch nie wurde in Deutschland und Europa mehr CO2 in die Luft geblasen, einzig um den Profiteuren dieses Irrsinns die Taschen zu füllen. Da können wir in unseren Haushalten Strom sparen wie wir wollen, es wird nichts – rein garnichts nützen, elektrische Energie wird doch ganz wo anders verbraucht und auch benötigt. Dieser immense Energieverbrauch ist doch auch genau so gewollt, weil sich ja sonst wiederum damit kein Geld verdienen lässt. Ich will kein weiter so, ich bin auch kein Verfechter der Kernenergie, daher müssen dringend Alternativen her. Die bisherigen Träger der Energiewende aus Sonne und Wind haben dabei vollkommen versagt und leben nur durch irrsinnige Subventionen, deren einziger Zweck der gleiche ist, den er schon bei der Kernenergie hatte – Geld verdienen! Wenn es eine Lösung geben soll, dann müssen wir uns anderen Technologien zuwenden und hierbei auch bisherige Tabus mit einbeziehen. Diese Technologien gibt es, sogar bei Kernenergie, die gleich auch das Problem mit dem bösen Atommüll lösen könnte. Aber egal – man muss einfach wieder lernen über alle Möglichkeiten zu sprechen, vielleicht finden wir dann auch ein Lösung diesen Planeten zu retten.

  2. Eric Hoyer

    Hallo,
    leider werde ich alt und es geht mir wie einigen anderen hier und Michael Hartl.

    Nun, ich habe min. drei wesentliche Lösungen für diese Welt erarbeitet die tatsächlich in der Lage wären das Klima und einige andere Sachverhalte zu ändern. Klimawandel-Lösungen.eu ist die einzige globale dynamische Lösung überhaupt die bis 2050 wirken würde. Dann die Europäische-Wasserversorgung.de und Solarenergieraum.com als gewaltige Lösung für alle Menschen auf dieser Welt. Diese ist die beste globale Lösung daher besonders geeignet für alle Menschen die Energiesparen wollen.

    Ich denke wenn ich einige Menschen hätte die es in richtiger Form bringen würden und noch mehr veröffentlichen könnten, wäre der Menschheit mehr geholfen als viele Wissenschaftlern – die keine globale Lösung gefunden haben – die oft nur heiße Luft produzieren auf deren Zusammenkünften.
    Also wenn Ihr ein Interesse habt so schreibt mir, mein Alter macht mich etwas müde und ich sehe nicht viele Menschen die anderen helfen, dabei würden sie sich selber enorm helfen können.

    Einen freundlichen Gruß
    Eric Hoyer.

  3. Janine

    Obgleich ich nicht alle der 8 Punkte 1-zu-1 teile, ist es unabdingbar, dass endlich fühlbare, messbare und sichtbare Taten folgen. Erst kürzlich sah ich ein Kurzvideo von „natureisspeaking“, was es auf den Punkt bringt und eigentlich jeden zum Nachdenken und Handeln bringen sollte. Denn „Mutter Erde“ braucht uns nicht, doch wir brauchen sie!

  4. Dennis

    Hallo Michael,

    zum Thema Energienutzung:
    „Erneuerbare Energie und Energiedemokratie, sowie klare Reduktion unseres Energiekonsums“
    Hier sehe ich ein Problem, selbst bei einer globalen Umsetzung: welche Möglichkeit tatsächlich erneuerbare Energie herzustellen gibt es? Selbst bei einem vollständigen Verzicht auf fossile Brennstoffe (was sicherlich sinnvoll wäre) schaffen wir es nicht komplett auf die Nutzung von endlichen Rohstoffen zu verzichten (und seien es nur Metalle) oder auch nur keine Umweltschäden anzurichten (ob es ökologisch ist die Landschaft mit Solarzellen/Windrädern/whatever zuzubauen?).

    Die einzig sinnvolle Alternative ist meiner Meinung nach eine Reduktion des Energiekonsums auf 0, also auf einen Lebensstandard vor der industriellen Revolution, allerdings zusätzlich noch ohne Tiernutzung. Dies würde die Lebenserwartung und die Anzahl der Menschen, die ein m² Land versorgen kann natürlich deutlich reduzieren, für einen nachhaltigen Umgang mit der Erde ist es allerdings unumgänglich, dass der Mensch sich wieder in den natürlichen Überlebensprozess einsortiert. Natürlich ist eine Reduzierung der Speziesgröße in einem Gebiet bei einem Wegfall der Nahrungsquelle und nicht die Ausweitung des Gebiets auf unnatürliche Art und Weise wie der Mensch dies betrieben hat.

    1. Yadgar

      Ich nehme einmal an, du bist noch ziemlich jung – so Anfang 20, ich hatte in dem Alter auch haarsträubende Phantasien von einer radikal-asketischen Öko-Diktatur, die die ganze Welt in ein romantisch-archaisches Vorkriegs-Afghanistan verwandeln sollte, inklusive 90 % Kindersterblichkeit, Hungersnöten und einer größtenteils analphabetischen Bevölkerung. Darüber bin ich glücklicherweise längst weg… und wenn du etwas genauer nachdenkst, wirst du feststellen, dass die Verwirklichung deiner Utopie nur um den Preis des Hungertodes von mindestens 6 Milliarden Menschen zu haben ist – denn in vorindustrieller Zeit umfasste die Weltbevölkerung nie mehr als eine Milliarde Menschen. Willst du das wirklich?!?

      Falls ja, kann ich dich nur unter die ökofaschistischen Psychopathen vom Schlag eines Pentti Linkola einordnen, viel Spaß beim Verhungern und Erfrieren… falls doch nicht, bist du eingeladen, hier über Wege nachzudenken und zu diskutieren, die Große Transformation auf humanem (!!!) Weg hinzubekommen!

    2. Eric Hoyer

      Guten Abend,
      für alle die auf der Schiene Energiesparen etc, sich befinden, ist es doch nur die Industrie – die wollen was Herstellen damit sie Teile der Anlagen nutzen können – uns viel erzählt und vormacht, es stimmt vieles nicht mit der alternativen Energie.
      Diese Betrachtet ist sie gar nicht so Energieeinsparend, Da gibt es viele Beiträge in YouTube egal ob Wind Solarmodule etc. Ich möchte euch mal einladen auf meine Seiten. Solche Seiten möchten die anderen nicht haben, nun, es geht ums Geschäfte machen, klar.
      Nun, ich habe min. drei wesentliche Lösungen für diese Welt erarbeitet die tatsächlich in der Lage wären das Klima und einige andere Sachverhalte zu ändern. Klimawandel-Lösungen.eu ist die einzige globale dynamische Lösung überhaupt die bis 2050 wirken würde. Dann die Europäische-Wasserversorgung.de und Solarenergieraum.com als gewaltige Lösung für alle Menschen auf dieser Welt. Diese ist die beste globale Lösung daher besonders geeignet für alle Menschen die Energie sparen wollen.

      Einen freundlichen Gruß
      Eric Hoyer.

  5. Markus Teni

    Hallo Michael !

    Vieles in diesem Artikel würde ich so auch unterschreiben – vor allem was die Ursachen des Raubbaus an natürlichen Ressourcen und die grün eingefärbten Feigenblatt-Lösungsversuche betrifft. Ein wichtiger Punkt bleibt in fast allen Klimawandel-Diskussionen allerdings unerwähnt: Das Klima auf unserem Planeten Erde ändert sich ständig ! Sonst hätte sich menschliches Leben gar nicht entwickeln können. Ein Stopp des Klimawandels bzw. Begrenzen dieses – wie man es so oft hört und liest und fordert – ist wohl ein Unterfangen, daß die Fähigkeiten der menschlichen Rasse bei weitem übersteigt. Dieses ominöse 2 Grad Ziel suggeriert im Grunde wieder nur folgendes: Wenn wir das erreicht haben, können wir uns entspannt zurück lehnen, denn alles ist gut. Ich möchte hier noch mal auf folgenden Punkt hinweisen, den viele – auch gut gemeinte – Ratschläge ignorieren diesen: Die Erde ist ein dynamisches System und verändert sich ständig !!! In menschlichen Dimensionen ist sie natürlich ziemlich stabil – und darum sind die gängigsten Lösungsansätze auch sehr kurz gedacht. Es ist absolut richtig, daß wir mit der Erde anders umgehen müssen, ein völlig anderes Wirtschaftssystem brauchen und Umweltschutz ganz selbstverständlich sein muss. Aber den Klimawandel aufhalten oder gar umkehren geht meiner Meinung nach in die falsche Richtung. Denn das bedeutet wieder folgendes: Wir Menschen wissen was zu tun ist und machen uns die Erde untertan (hat schon in der Vergangenheit nicht funktioniert). Die Lösung bietet wieder mal die Natur um uns herum: Anpassung an die natürlichen Gegebenheiten (alle Lebewesen zeigen uns dies tagtäglich!) – auch an solche, die nach menschlichen Massstäben eine Katastrophe sind.

    MfG
    Markus

    1. A.G.

      Hallo Markus,

      ich finde du sprichst da einen sehr interessanten Aspekt an. Nämlich den Ansatz, dass jede anthropologische Regulierung der ökologischen Zustände, unabsehbare langfristige Konsequenzen aufwirft, deren Berurteilung sich unserer Kompetenz entzieht. Das bedeutet konsequent gedacht, dass so gesehen und im Folgenden extrem dargestellt, die Einrichtung eines Naturschutzgebietes gleichermaßen moralische verwerflich wäre, wie das großflächige Abholzen des Regenwaldes. Daher kann der Maßstab nicht sein, sich an ökologischen Prozessen nicht zu beteiligen. Wieso sollten wir auch?- jedes Lebewesen beeinflusst das Ökosystem/Klima, die erfolgreischsten Spezies in der Regel am gravierendsten. Riesige Herden an Pflanzenfressern produzieren seid ihrer Existenz große Mengen Treibhausgas und beeinflussen dadurch das Klima. Dadurch ändern sich die Lebensbedingungen auf der Erde, das Ökopsystem wandelt sich und wieder neue Lebensbedingungen treiben die natürliche Selektion voran. Schlüsselmechanik eines jeden evolutionären Vorgangs ist der steigende Selektionsdruck, oder anders gesagt, wenn dass Leben nicht auf die Probe gestellt wird, entwickelt es sich nicht weiter. Wir als evolutionäres (Zwischen-) Produkt sind so argumentiert legitimiert unsere Umwelt, auch nachhaltig und langfristig, zu beeinflussen. Die Menschheit muss endlich ihre Rolle in der Phylogenie des Lebens rekapitulieren und (neu-?)definieren: wenn wir uns als „gewöhnliches“ Lebewesen verstehen, sind wir dann aus biologischer SIcht nicht sogar vom Leben dazu angehalten, die Ressourcen unserer Umwelt für uns optimal zu verwenden und größtmöglichen Vorteil aus unseren Fähigkeiten ziehen, ohne sich entscheidungsbeeinflussende Gedanken über die möglichen Folgen zu machen, legitimiert durch persönlichen momentanen Erfolg ?; oder ist der Mensch ein Meta-Lebewesen, dass sich diesem Prinziep aus dem Bewusstsein heraus entzieht, dass seine unikaten und technisch bedingt nahezu grenzenlosen Einflussmöglichkeiten auf das globale Ökosystem, ihn eine unvergleichliche Position zu anderen Lebewesen einnehmen lässt, aus dem besondere Verantwortung heraus resultiert. Und wenn sich die Menschheit dieser Verantwortung unterwirft, muss definiert werden, unter welchen Kriterien die selbst-legitmierten Regulierungsprozesse der Natur realisiert werden sollen. Geht es darum, Ressourcen für kommenden Generationen zu schonen? Oder will man, die Artenvielfalt erhalten (und damit notgedrungen auch die Evolution beeinflussen)? Geht es primär darum, unseren Konsumbedürfnisse auf minimale Gruindbedürfnisse zu reduzieren um son wenig Einfluss wie möglich zu nehmen? Es gibt noch unzählige weitere Argumente aus denen heraus die Ausbildung eines ausgeprägtes Umweltbewusstsein notwendig erscheint. Doch ist die Realisierung der einzelnen Argumente nur zielführend, wenn sie in einvernehmlicher Berücksichtigung umgesetzt werden und sich nicht gegenseitig hemmen, Ein „Umweltprogramm“ kann meiner Meinung nur mit globalen und allumfassenden Mitteln realisiert werden, wenn es all diesen unterschiedlchen Ansprüchen gerecht werden soll. Auf Rindfleisch zu verzichten, um massenhaft Soja auf frisch gerodetem und weit entferntem Forstgrund für Fleischersatz Produkte zu pflanzen, würde dem ideelen Charakter dieses noblen und ambitionierten Unterfangens des „Umweltschutzes“ eher fragwürdig erscheinen.

      LG
      A.G.

      1. Markus Teni

        Der Hauptpunkt, auf den ich hinaus will, ist folgender: Wir Menschen sind ein Teil der Natur, nicht mehr und nicht weniger. Dies schließt für mich ein, sich den natürlich vorherrschenden Gegebenheiten anzupassen, ohne allzu große Zerstörungen anzurichten. Dieses Bewusstsein „wir sind ein Teil der Natur und leben mit und von ihr“ würde viele theoretische Fragen unserer Zeit obsolet machen.
        Die Einrichtung eines Naturschutzgebietes sehe ich heutzutage in keiner Weise als moralisch verwerflich an (schon eher die Frage danach). Aber dieser Ansatz greift meines Erachtens wieder zu kurz. Ziel muß sein, die ganze Erde als Naturschutzgebiet zu begreifen (siehe Bewusstsein) – ohne Flächen entsprechend dafür ausweisen zu müssen.
        Selbst wenn wir „nichts“ tun, beeinflussen wir unsere unmittelbare Umgebung, Mitgeschöpfe, etc. Die Frage ist nur, wie wir dies tun. Dein Beispiel der riesigen Pflanzenfresserherden ist recht gut gewählt. Der Ausstoß dieser Treibhausgase ist Teil des Ökosystems Erde und wird von diesem System entsprechend verwertet und reguliert – und wahrscheinlich auch notwendig. (In welchem Maße diese Ausscheidungen treibhausrelevante Gase sind, herrscht nach wie vor kein Konsens) Die Ausscheidungen unserer modernen Gesellschaft sind nun nicht mehr ganz so einfach in den natürlichen Stoffkreislauf zu integrieren. (Man könnte schon argumentieren, die Erde kann selbst kein Plastik hervorbringen, deswegen gibt es uns Menschen, die die Erde damit großzügig versorgen. Aber diese Ansätze halte ich für sehr fragwürdig und gehen von der These aus, daß die Erde speziell für uns Menschen erschaffen wurde – eine Vermutung, die sich auf keinerlei Fakten stützt. Und weiterführend, daß die Erde/Natur/Schöpfung fehlerhaft ist und vom Menschen repariert werden muss. Ein interessanter Nebenaspekt, wie dieser Widerspruch im Christentum einfach hingenommen wird, wo Gott ja als allwissend, unfehlbar, etc. dargestellt wird)
        Ich sehe nicht, daß wir legitimiert sind, unsere Umwelt nachhaltig und langfristig zu beeinflussen (meist im negativen Sinn) – wer sollte diese Legitimation auch ausstellen ?
        Dein Absatz über die Rolle der Menschheit ist wieder sehr mit dem Hintergrund des Menschen als Krone der Schöpfung und den kapitalistischen Wertevorstellungen des „Alles hat seinen Preis/Wert und sollte in den Wirtschaftskreislauf einverleibt werden“ durchwirkt.
        Der Mensch ist einzigartig auf der Erde, keine Frage – aber als Metalebewesen sehe ich ihn nicht. Hier muß ich wieder auf den Punkt des Bewusstseins verweisen – viele Fragen würden sich dann gar nicht erst stellen. Anzumerken ist hier nur: Große Macht geht immer mit großer Verantwortung einher.
        Zum Punkt der Konsumbedürfnisse wäre anzumerken, daß der Großteil der heute produzierten Produkte absoluter Müll sind und nur dem Zweck dienen Geld zu verdienen – auch die industriell hergestellten Lebensmittel (es geht nicht darum, Menschen zu ernähren, sondern Geld zu verdienen).
        Umweltprogramm: Kann/muss/sollte als Krücke in der Übergangsphase zu einem allgemeinen „natürlichen“ Bewusstsein dienen (siehe oben – ich wiederhole mich dauernd, aber dies ist der zentrale Punkt). Ansätze eines globalen Umweltprogrammes gibt es ja heute schon, mit allen Fehlern behaftet, die unsere intelligente (leider nicht weise) Gesellschafts- und Wirtschaftsstruktur eben zwangsläufig mit sich bringt. Dieses Programm ist ja wieder nur ein grünes Feigenblatt, daß fragwürdige Auflagen für viele vorsieht und Profite für einige Wenige – business as usual. Pessimisten könnten meinen, wir befinden uns auf dem besten Weg in eine globale Ökodiktatur.
        Zu einem globalen Umweltprogramm (daß ja auch unser Wirtschaftssystem betrifft) ist grundsätzlich anzumerken, daß ALLE Einsparungsmaßnahmen (Gesundschrumpfen, Verzicht, Änderung des Konsumverhaltens, Cradle-to-cradle, Produktionsmethoden, etc.) in unserem derzeitigen Wirtschaftssystem NICHT möglich sind.
        Der Grund, warum ausnahmslos alle aktiven Wirtschaftswissenschaftler, Manager, Banker, etc. gegen ein „Gesundschrumpfen“ unseres auf Konsum und ständigem Wirtschaftswachstum angewiesenem System sind, ist folgender: WIR KÖNNEN GAR NICHT MEHR VERZICHTEN! Ein Rückgang des Wirtschaftswachstums und somit des Konsums (Vernichtens) um ein paar Prozentpunkte alarmiert bereits die Wirtschaftswächter ! Ein auch freiwilliger Verzicht um 10 bis 20% hätte gravierende Folgen. Das wäre wohl der Zusammenbruch unserer zivilisierten Welt – zumindest so, wie wir sie kennen. Nur so sind die gewaltigen Anstrengungen zu verstehen, die unternommen werden, um diese Wahrheit nicht ins Bewusstsein der Menschen einsickern zu lassen. Kein Preis ist zu hoch, um die Wirtschaft am Laufen zu halten. An ein Einschränken, Schrumpfen ist gar nicht zu denken.

        „Wenn jemand an einer Sache in der Natur zerrt, wird er feststellen, daß diese mit dem Rest der Welt verbunden ist.“ John Muir

        „Zu Beginn des 21. Jahrhunderts sind wir vom Ende der Natur und damit der Welt selbst bedroht, weil sich eine Technik, die scheinbar volle Herrschaft über den Planeten Erde ermöglicht, in der Hand von Psychopathen und Bürokraten befindet.“ Arno Grün

      2. Markus Teni

        Hallo A.G. !

        Der Hauptpunkt, auf den ich hinaus will, ist folgender: Wir Menschen sind ein Teil der Natur, nicht mehr und nicht weniger. Dies schließt für mich ein, sich den natürlich vorherrschenden Gegebenheiten anzupassen, ohne allzu große Zerstörungen anzurichten. Dieses Bewusstsein „wir sind ein Teil der Natur und leben mit und von ihr“ würde viele theoretische Fragen unserer Zeit obsolet machen.
        Die Einrichtung eines Naturschutzgebietes sehe ich heutzutage in keiner Weise als moralisch verwerflich an (schon eher die Frage danach). Aber dieser Ansatz greift meines Erachtens wieder zu kurz. Ziel muß sein, die ganze Erde als Naturschutzgebiet zu begreifen (siehe Bewusstsein) – ohne Flächen entsprechend dafür ausweisen zu müssen.
        Selbst wenn wir „nichts“ tun, beeinflussen wir unsere unmittelbare Umgebung, Mitgeschöpfe, etc. Die Frage ist nur, wie wir dies tun. Dein Beispiel der riesigen Pflanzenfresserherden ist recht gut gewählt. Der Ausstoß dieser Treibhausgase ist Teil des Ökosystems Erde und wird von diesem System entsprechend verwertet und reguliert – und wahrscheinlich auch notwendig. (In welchem Maße diese Ausscheidungen treibhausrelevante Gase sind, herrscht nach wie vor kein Konsens) Die Ausscheidungen unserer modernen Gesellschaft sind nun nicht mehr ganz so einfach in den natürlichen Stoffkreislauf zu integrieren. (Man könnte schon argumentieren, die Erde kann selbst kein Plastik hervorbringen, deswegen gibt es uns Menschen, die die Erde damit großzügig versorgen. Aber diese Ansätze halte ich für sehr fragwürdig und gehen von der These aus, daß die Erde speziell für uns Menschen erschaffen wurde – eine Vermutung, die sich auf keinerlei Fakten stützt. Und weiterführend, daß die Erde/Natur/Schöpfung fehlerhaft ist und vom Menschen repariert werden muss. Ein interessanter Nebenaspekt, wie dieser Widerspruch im Christentum einfach hingenommen wird, wo Gott ja als allwissend, unfehlbar, etc. dargestellt wird)
        Ich sehe nicht, daß wir legitimiert sind, unsere Umwelt nachhaltig und langfristig zu beeinflussen (meist im negativen Sinn) – wer sollte diese Legitimation auch ausstellen ?
        Dein Absatz über die Rolle der Menschheit ist wieder sehr mit dem Hintergrund des Menschen als Krone der Schöpfung und den kapitalistischen Wertevorstellungen des „Alles hat seinen Preis/Wert und sollte in den Wirtschaftskreislauf einverleibt werden“ durchwirkt.
        Der Mensch ist einzigartig auf der Erde, keine Frage – aber als Metalebewesen sehe ich ihn nicht. Hier muß ich wieder auf den Punkt des Bewusstseins verweisen – viele Fragen würden sich dann gar nicht erst stellen. Anzumerken ist hier nur: Große Macht geht immer mit großer Verantwortung einher.
        Zum Punkt der Konsumbedürfnisse wäre anzumerken, daß der Großteil der heute produzierten Produkte absoluter Müll sind und nur dem Zweck dienen Geld zu verdienen – auch die industriell hergestellten Lebensmittel (es geht nicht darum, Menschen zu ernähren, sondern Geld zu verdienen).
        Umweltprogramm: Kann/muss/sollte als Krücke in der Übergangsphase zu einem allgemeinen „natürlichen“ Bewusstsein dienen (siehe oben – ich wiederhole mich dauernd, aber dies ist der zentrale Punkt). Ansätze eines globalen Umweltprogrammes gibt es ja heute schon, mit allen Fehlern behaftet, die unsere intelligente (leider nicht weise) Gesellschafts- und Wirtschaftsstruktur eben zwangsläufig mit sich bringt. Dieses Programm ist ja wieder nur ein grünes Feigenblatt, daß fragwürdige Auflagen für viele vorsieht und Profite für einige Wenige – business as usual. Pessimisten könnten meinen, wir befinden uns auf dem besten Weg in eine globale Ökodiktatur.
        Zu einem globalen Umweltprogramm (daß ja auch unser Wirtschaftssystem betrifft) ist grundsätzlich anzumerken, daß ALLE Einsparungsmaßnahmen (Gesundschrumpfen, Verzicht, Änderung des Konsumverhaltens, Cradle-to-cradle, Produktionsmethoden, etc.) in unserem derzeitigen Wirtschaftssystem NICHT möglich sind.
        Der Grund, warum ausnahmslos alle aktiven Wirtschaftswissenschaftler, Manager, Banker, etc. gegen ein „Gesundschrumpfen“ unseres auf Konsum und ständigem Wirtschaftswachstum angewiesenem System sind, ist folgender: WIR KÖNNEN GAR NICHT MEHR VERZICHTEN! Ein Rückgang des Wirtschaftswachstums und somit des Konsums (Vernichtens) um ein paar Prozentpunkte alarmiert bereits die Wirtschaftswächter ! Ein auch freiwilliger Verzicht um 10 bis 20% hätte gravierende Folgen. Das wäre wohl der Zusammenbruch unserer zivilisierten Welt – zumindest so, wie wir sie kennen. Nur so sind die gewaltigen Anstrengungen zu verstehen, die unternommen werden, um diese Wahrheit nicht ins Bewusstsein der Menschen einsickern zu lassen. Kein Preis ist zu hoch, um die Wirtschaft am Laufen zu halten. An ein Einschränken, Schrumpfen ist gar nicht zu denken.
        „Wenn jemand an einer Sache in der Natur zerrt, wird er feststellen, daß diese mit dem Rest der Welt verbunden ist.“ John Muir

        „Zu Beginn des 21. Jahrhunderts sind wir vom Ende der Natur und damit der Welt selbst bedroht, weil sich eine Technik, die scheinbar volle Herrschaft über den Planeten Erde ermöglicht, in der Hand von Psychopathen und Bürokraten befindet.“ Arno Grün

  6. markus

    Sorry, aber Du hast wohl etwas zu viel Glauben an die MainStreamPresse.
    Eine der grössten Lügen: Klimawandel und der CO2-Schwindel. Schon das Wort Klimawandel gibt es nicht und macht keinen Sinn. Klima bedeutet, Durchschnittswetterwerte über einen bestimmten Zeitraum. Aber egal, das mag Wortklauberei sein, aber es gibt keine Erderwärmung oder so, CO2 ist nicht schlecht und schon gar nicht für eine Ererwärmung verantwortlich und noch viel weniger die menschengemachte CO2-Produktion.

    Vor vielen vielen Jahren hatte es 5x mehr CO2 in der Luft und es war auch nicht wärmer und wieso verteufelt man CO2, wo doch die Pflanzen davon leben? Alles nur Geldmacherei und Propaganda. Aber wenn man es 1000x im TV wiederholt glaben es alle. Bitte informiert euch doch mal drüber bei der unabhänginge Presse.

    Zu Deinen Themen.

    Energiereduktion, das macht auch keinen Sinn, es gibt freie und unschädliche Energie, nur hält man diese Wissen leider auch zurück. Für Raumenergie, freie und sabuer Energie sollte man kämpfen und nicht für die dreckige Energie, und davon dann einfach weniger machen. Auch die sogenannten erneuerbaren Energien (Solarzellen, Windräder etc.) sind weder umweltverträglich noch ohne negativen Auswirkungen. Windräder sind da sogar ganz schlimm und ein völliger ökologischer Unsinn. Vögel sterben zu hauf davon und die Schwingungen, die die Windräder erzeugen machen auch den Mensch krank.

    Wenn man gegen tierische Lebensmittel ist, dann ist das schon OK, aber nicht aus Gründen, die normalerweise ins Feld geführt werden, wie nicht genug Essen für alle wegen Fleisch etc. auch so eine Lüge. Die Erde könnte locker 100 Milliarden Menschen ernähren, wenn man es dann nur richtig machen würde. Jeder der selber rechnen kann, kann das ausrechnen.

    Umweltschonender Verkehr. Genau das gleiche wie zur Energie. Es gäbe 100% saubere Energie für jedermann. Diese nutzen und wir hätten keinen Dreck davon. Den Dreck reduzieren ist auch so eine Symptombekämpfung.

    Schluss mit Privatisierung: Sehr gut! Das ist auch so ein riesiges Problem, um unsere Freiheiten einzuschränken und um uns zu vergiften mit Wasser, Luft etc. und daraus noch maximal Kapital schlagen.

    Umverteilen Ja genau! Mit dem richtigen System (zb. Plan-B der Wissensmanufaktur) und einer gerechten Verteilung, müssten wir höchstens noch 40% arbeiten für den gleichen Wohlstand und hätte daneben viel Zeit uns selbst zu verwirklichen.

    Aber lasst es mich nochmals sagen. Es gibt keinen Klimawandel, weder als Vokabel noch als das, was man heute im Allgemeinen darunter versteht. Es gibt keine Klimagerechtigkeit. Es gibt nur sauberes ökologisches wirtschaften etc. und all diese Patente gibt es schon, werden aber von den Eliten (z.b. der Oellobby) in die Schubladen gesteckt und zurück gehalten. Das gleiche gilt übrigens für die Pharmaindustrie. Wir wären alle nie oder kaum je krank und würden im Schnitt 100 Jahre alt werden, würden gute günstige und natürliche Heilpflanzen zugelassen und wäre unser Essen, Luft und Wasser nicht voll von Chemikalien etc.

    Sorry – Ich finde dein Artikel basiert auf falschen Annahmen. Es ist ganz einfach per Suchmaschine im Internet sich eines besseren belehren zu lassen. Wir werden nun mal in fast allen Dingen angelogen!

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Ja, per Suchmaschine im Internet kann man sich immer eines besseren belehren lassen. Zum Beispiel das wir auf einer Hohlerde leben, dass Echsenmenschen von einem anderen Planeten unter uns leben und so weiter. Viel Schwachsinn also, weil jede*r alles ins Internet stellen kann. Die Frage ist, ob man sich umfassend informiert und sich dann eine eigene Meinung bildet.
      Und ob da die von Dir so genannte „unabhängige Presse“ eine gute Quelle ist, wage ich zumindest in den allermeisten Fällen zu bezweifeln, denn die sind ja nicht unabhängig.

      Ansonsten weiß ich nicht, was ich Dir sonst antworten kann, denn meine zu vielen Punkten unterschiedliche Meinung kannst Du ganz einfach per Suchmaschine im Internet finden.

  7. Bernd

    Hach wat schön. Seit meiner Jugend immer wieder die selbe alte Leier immer wieder versuchen linksgrüne „Aktivisten“ alten Wein in neuen Schläuchen zu verkaufen. Und in der Theorie klingen all diese Forderungen toll. Ich bin es so müde. Denn im Grunde wird auch hier wieder ausschließlich verzicht gefordert. Das hat schon toll geklungen und nicht funktioniert als ich selber mit 15/16 noch recht radikal war.

    Ich mag da ja nur wirklich ungern dazwischen grätschen, aber ein Großteil der Bevölkerung der Industrieländer WILL keinen Verzicht. Die sind nicht doof und fehlgeleitet und warten auf den linken Messias der ihnen den richtigen Weg weist. So wird das also nicht funktionieren. Was wir also tatsächlich brauchen ist eben die Green Economy. Weil eben eure Lösung nicht gewollt ist. Zumindest nicht so wie ihr euch das wünscht. Ich selber mag übrigens auch nicht in einer Verzichtsdiktatur leben wollen.

    Zum guten Schluss stellt sich mir dann noch die Frage was du denn wohl gegen den Freihandel hast? Von der fragwürdigen Umsetzung von Handelsabkommen wie CETA und TTIP mal abgesehen.

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Lieber Bernd, schade, dass Du Deine Radikalität verloren und sie scheinbar gegen Gleichgültigkeit ersetzt hast. Wäre schön, wenn man gesunde Mittelwege geht.

      Es geht doch auch nicht darum, dass man Menschen einen Verzicht aufzwängen will. Sondern um eine Analyse, warum Menschen so sehr materielles konsumieren, dass sie darunter selbst leiden. Und wenn man herausfindet warum, dann eben darauf hinweist und für einen Wandel der Idee von Wohlstand und einem „guten Leben“ eintritt.

      Und damit eine Option eröffnet, wie man es auch sehen und leben kann. Und die Menschen, die ich kenne, die von sich aus genügsamer sind, sind allesamt zufriedener als auch nur irgendein Mensch, den ich kenne, der viel materielles hat. Darum ein guter Weg.

      Ich persönlich sehe den Freihandel, wie wir ihn bisher leben, nicht als solchen. Echter Freihandel kann nur auf Augenhöhe und ohne unfaire Wechselkurse, etc. stattfinden. Und ist damit in unserer heutigen Welt ziemlich utopisch.

  8. Katharina

    Lieber Michael,
    ein interessanter Beitrag, vor allem den Appell gegen die „Grünfärberei“ finde ich wichtig. Es wird einfach zuviel mit einem „grünen“ bzw. „ökologisch-biologischen“ Anstrich versehen und der Konsument nur hinters Licht geführt. Nur mit dem Punkt „Umverteilung“ kann ich nichts anfangen, ich finde es ist zu einfach zu sagen „Wir nehmen es einfach den Reichen weg und geben es den Armen“ und schon sind die Probleme gelöst. Ich finde, man muss den Menschen die Möglichkeiten geben, sich selbst zu helfen, statt sinnlos Geld überallhin zu pumpen.
    Liebe Grüße
    Katharina

    1. Natalie

      Der 12 Punkte Plan ist gut – und wird von mir im gross auch umgesetzt – wenn mein Stromversorger wüsste das wir 3 Personen sind würde er gewiss gleich kontrolliern ob der Zähler noch richtig läuft – da wir den Stromverbrauch die letzten Jahre dermassen reduziert haben das Statisch gesehn wir nur 1 Person vom verbrauch her sind.

      Regional einkaufen geht auch auf dem Markt und beim Bauer.

      Fleischkonsum fast 0 – allerdings Milchprodukte recht viel.
      Somit trotzdem Tierhaltung nötig :-|

      Fahrrad und Öffentliche verstärkt nutzen – wobei ich gestehn muss das den Luxus eines Autos ich nicht ganz entsagen kann

      Umverteilt muss eigentlich nix werden (meine Meinung) – was wichtig wäre das die Menschen (wieder) genug verdienen um auch davon zuleben – die Gewinne der Firmen(teilhaber) sind immer höher und die Arbeitsentlohnung immer niedriger geworden die letzten 10-20 Jahre

  9. Funkstille

    Das System sichert dem größten Teil der hier ansässigen Bevölkerung ein angenehmes, bequemes Leben, besonders weil man die Gefahren durch selektive Wahrnehmung noch relativ gut ausblenden kann. Entscheidende Auswirkungen werden wohl erst in 30 – 50 Jahren zu spüren sein, es ist wie mit dem Rauchern, weshalb jetzt mit dem Laster aufhören, wenn der Krebs erst in 30 Jahren kommt.

    Auch Umweltengagierte haben ihren weißen Fleck und nutzen gerne die gepulste Mikrowellenstrahlung, weil es so bequem ist mal schnell bei Wikipedia nachzuschauen.

    Zufriedenheit durch Unwissen ist das Motto.

  10. BioBella Stranzl

    Hallo lieber Michael!

    Schön, wieder einen so interessanten und umfangreichen Beitrag zu lesen von Dir! Ich weiß ja warum ich den Newsletter abonniert habe ;) Mich beschäftigt dieses Thema gerade auch sehr und es ist beängstigend wie viel Energie wir in USA und Europa verbrauchen. Viel mehr als die Erde auf Dauer verkraftet :( Bei meinen Recherchen bin ich bin auf die Initiative „Wir leben 2000 Watt“ gestossen und habe diese hier vorgestellt:
    http://www.energieleben.at/energieverbrauch-nicht-fair-verteilt/

  11. Christian

    Hallo Michael!

    Danke für diesen wunderbaren Artikel, der 100%ig auf meiner Linie liegt, aber doch einige Fragen für mich offen läßt!
    Bei all diesen Überlegungen (und auch nicht im Positionspapier) befaßt man sich nirgends mit dem Problem der Bevölkerungsentwicklung, bzw. dem Bevölkerungswachstum, welches schon allein ein gewisses Wirtschaftswachstum bedingt, wenn „es allen gut gehen“ soll! Wenn auch die Bevölkerungsentwicklung in den industrialisierten Staaten bezüglich Wachstum kaum noch ein Problem darstellt, so sind doch Afrika und Asien weit davon entfernt dieses zu lösen!
    Ob hier eine reine Umverteilung hilft? Rein statistisch gesehen sicher, aber real und logistisch sehe ich da „kein Land“!
    Was meinst Du dazu?

    LiGrü
    Ch

  12. Ellli

    Hallo und danke für den Artikel!
    Hier der Hinweis auf eine große Aktion des zivilen Ungehorsams gegen den größten CO2 Emittenten Europas, das rheinische Braunkohlerevier!
    https://ende-gelände.org/
    Ziviler Ungehorsam mit dem Ziel den Klimawandel dort zu stoppen, wo er gemacht wird. Die Kampagne ist im Gedanken „System change, not climate change“ verwurzelt!
    Übrigens gibt’s noch weitere Gründe im Sommer ins Rheinland zu kommen.
    Eine Degrowth Summerschool: http://www.degrowth.de/de/sommerschule-2015/
    und das Klimacamp: http://www.klimacamp-im-rheinland.de/

    Dort werden wir gemeinsam lernen, an einer lebenswerten Zukunft basteln und uns schließlich den Braunkohlebaggern in den Weg stellen, so dass der Betrieb eingestellt werden muss.
    Für einen sofortigen Braunkohleausstieg!

    Seid dabei!

  13. Rosanna

    Vielen Dank für diesen wunderbaren Artikel!
    Ich habe euch so viel zu verdanken – seit mittlerweile drei Jahren hat sich meine früher äußerst pessimistische Weltsicht um 180° gedreht. Danke, dass es euch gibt!

    Liebe Grüße

  14. Marie

    Massenkonsum und Transportwesen tragen nicht nur ihr Bestes zum Klimawandel bei, der Kapitalismus sorgt auch dafür, dass wir uns mehr und mehr von unserer Umwelt entfremden. Es scheint ein Teufelskreis zu sein.
    Trotzdem kann ich nicht verstehen, wie ein gestresstes, konsumfixiertes Leben, das von der Armbanduhr diktiert wird, attraktiver sein kann als ein Leben in Einklang mit Mitmenschen und Natur, das vom natürlichen Rhythmus bestimmt ist und vielleicht auch stressig ist, aber viel befriedigender und vor allem wieder einen Bezug herstellt zwischen uns und den Dingen, die uns umgeben. Zwischen uns und diesem wundervollen Planeten.

      1. Marie

        Oder um es mit Kants Worten zu sagen:

        „Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es andern so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmüdig zu sein.“

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