10 Gründe für die Selbstversorgung

Michael Hartl
Von Michael Hartl
9. Dezember 2011

Unter anderem auf Grund von gehörigen Schieflagen in dieser globalisierten, kapitalisitschen Gesellschaft sind Lisa und ich auf den Weg gekommen, den wir nun beschreiten. Ein Leben in einer naturnahen Selbstversorgung. Wegen diesem Hintergund klingen manchmal Artikel von uns (oder besonders von mir) so, als sei unser Lebensstil ein Aufschrei gegen all den Irrsinn. Ein rebellischer Akt gegen den Kapitalismus. Ein Ausscheren aus dem egoistischen, materiellen System.

All das stimmt ja auch. Wenn dies aber die einzigen Antriebe wären, würden wir sicherlich kein so zufriedenes Leben mit so vielen wundervollen und glücklichen Momenten haben. Darum geht es heute mal um die zehn schönsten Gründe für ein Leben in selbstbestimmter, naturnaher Selbstversorgung.

Nummer 10: Weil wir das beste Essen der Welt haben

All das Essen, das wir selbst anbauen, entspricht unseren Vorstellungen davon, wie Lebensmittel entstehen sollten. Es wächst in gesundem Boden heran und wird fürsorglich gepflegt. Es wird respektvoll geerntet und köstlich verarbeitet. Es wird im Schnitt nur 100 Meter transportiert und so oft wie möglich ganz frisch vom Feld gegessen.

Nummer 9: Weil wir alles haben, was wir brauchen

Wir sind umgeben von Werkzeugen und Geräten, die wir tatsächlich brauchen und gehen wertschätzend mit ihnen um. Wir leben so, dass wir weniger Dinge brauchen. Weniger Konsum heißt, weniger Geld zu brauchen. Weniger Geld verdienen müssen heißt, mehr selbstbestimmte Lebenszeit zu haben!

Nummer 8: Weil wir jeden Tag etwas lernen können

Durch unser Leben so nah an der Natur können wir jeden Tag etwas neues lernen. Dinge, die wir dann auch ganz real ausprobieren und uns an ihren Ergebnissen freuen oder uns auch mal darüber wundern. Unser Leben in der Selbstversorgung hat stets auch einen Anteil an ausprobieren, spielen und verwerfen.

Nummer 7: Weil unser Leben so richtig Sinn macht

Immer wieder wird mir bewusst, wie sinnstiftend unser Leben hier ist. Wir sind jeden Tag produktiv tätig, arbeiten in und mit der Natur um uns herum und versuchen ihr dabei auch zu helfen, wieder zu gesunden. Wir übernehmen Verantwortung im Kleinen wie im Großen und versorgen die Menschen in unserer Hofgemeinschaft mit allem, was sie brauchen.

Nummer 6: Weil uns niemand sagt, wann wir aufstehen müssen

Jede*r Einzelne hier bei uns am Hof entscheidet sich selbst, wann sie oder er morgens aufsteht. Oder abends zu Bett geht. Wann ein oder zwei freie Tage anstehen. Um wieviel Uhr mit arbeiten begonnen oder aufgehört wird. Und wann sie oder er Zeit für sich selbst braucht. Kein Chef! Kein Stundenplan! Kein Wecker!

Nummer 5: Weil wir mitten in der Natur leben

Jeden Tag raus, wenn Du möchtest, stundenlang, von früh bis spät. Frische Luft, wärmende Sonne oder mal erfrischender Regen. Von drinnen siehst Du grün, wenn Du aus dem Fenster blickst. Das Mittelgebirge in Blickweite, der Wald ein Stückchen hinter dem Bach.

Nummer 4: Weil wir gemeinsam im Konsens entscheiden

Selbstbestimmt leben heißt, dass wirklich alle Beteiligten selbstbestimmt leben. Wir sprechen über alle Belange des Hofes und auch über unsere persönlichen anstehend Entscheidungen. Wir unterstützen uns gegenseitig und finden für gemeinsame Anliegen einen Konsens. Jede Person spricht gleichberechtigt mit.

Nummer 3: Weil wir in Verbundenheit mit der Natur leben

Die Art der Arbeiten und die Zeit, die wir dafür aufwenden können, wird maßgeblich von der Natur vorgegeben. Jahreszeit, Uhrzeit, Wetter, Temperaturen, … Es fühlt sich gut an, sich wieder auf diese natürlichen Rythmen einzulassen, vielleicht, weil es für Hunderttausende von Jahren auch für uns als Homo Sapiens natürlich war, so zu leben. Wir leben in Harmonie mit der Natur und gehen pfleglich mit ihr und allem Leben darin um.

Nummer 2: Weil wir leben, wie wir wollen

Wir gestalten und leben unsere Leben, wie wir sind und wie wir es für richtig halten. Wir müssen uns nicht verstellen oder gesellschaftlichen Normen und Vorstellungen entsprechen. Wir leben einfach.

Nummer 1: Weil wir jeden Tag mit Menschen verbringen, die wir lieben

Oder wie es ein Kind aus dem nächsten Dorf im Sommer einmal sehr treffen formuliert hat:

Ihr habt das tollste Leben auf der Welt. Ihr lebt zusammen mit euren besten Freunden in einem Haus und könnt jeden Tag gemeinsam arbeiten und spielen.

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14 Gedanken über “10 Gründe für die Selbstversorgung

  1. Esther H.

    Zu diesem Artikel kann man nur sagen: AMEN
    Möchte hier nicht Predigen oder so,
    aber ein passenderes Wort kommt mir wirklich nicht in den Sinn.

    So sollte es dich jedem Menschen gehen können. :)
    Danke für die schöne Zusammenfassung

  2. Natalia Novikov

    ich bin begeistert, ein Traum ,würde gern mitmachen, das problem wir können kein Hof kaufen, wir haben sehr wenig Geld. was macht man, wenn man kein Hof kaufen kann, aber gern in einer solcher Gemeinschaft arbeiten und leben

    möchte?

    Viele Grüße Natalia

    1. Michael HartlMichael Hartl Beitrags Autor

      Hallo Natalia, darüber hab ich vor einiger Zeit geschrieben: https://experimentselbstversorgung.net/selbstverso

      Bezüglich "leben in Gemeinschaft": Ich glaube, es ist schwer, einfach so in eine Gemeinschaft zu ziehen und dort zu leben. Und die nach ihrer Selbstbeschreibung auszuwählen oder so. Besser finde ich, sich mit Menschen zu vernetzen, die ähnlich ticken und diese Menschen dann zu besuchen. Gemeinsam Zeit verbringen – gemeinsam lachen – gemeinsam arbeiten. Immer wieder. Und irgendwann entsteht so etwas wie ein Anflug von Gemeinschaft – dann würde ich zupacken und gemeinsam daran arbeiten, echte Gemeinschaft entstehen zu lassen – oder es entsteht eben kein Gemeinschaftsgefühl – dann passt man wohl nicht so gut zusammen, wie man es gerne hätte – und dann würde ich ganz persönlich die Finger davon lassen.

  3. Martha Jäger

    Du kannst dich auch mal in der Oberpfalz umschaun. Auch da gibt es noch Höfe, die zum Verkauf stehen und die Natur ist da auch noch in Ordnung. Die Menschen sind wortkarg aber zum grossen Teil gerade…im wahren Sinn des Wortes.

    Schau mal…

    1. Nicole Sommer

      Hallo zusamme,
      Martha weisst du denn Höfe in der Oberpfalz? Wir halten im Moment Augen und Ohren offen, aber haben noCH nix gefunden. Wir sind aus der Nähe von weiden.
      Danke schon mal :-)

      PS voll toll euer Blog und Lisas Kochbuch ist super, hatte es letztes Jahr zum Geburtstag bekommen…und diese Woche das erste mal angeschaut *schäm
      Wenn ich gewusst hättedas es so gut und einfach ist daraus zu kochen und Lisa so denk….pahhh…..:-) dann hätte ich es gleich letzen Mai angeschaut :-)
      Hab schon 2x daraus gekocht …Top einfach, frisch und schnell (da hab bleibt mir noch viel Zeit für mein baby)
      Macht weiter so!!!! Es ist Ne Zeit des Umbruchs

  4. Pingback: Selbstversorgung

  5. Martina

    Hallo ihr lieben beiden.

    So ein schöner Artikel wieder. Danke! Ihr seid eine große Inspiration und freue mich immer, wenn es wieder was neues auf Eurem Blog gibt. Ich lese Euch nun schon eine ganze Weile und werde es weiter tun!

    Alles Liebe,
    Martina

  6. Marion

    Wundervoll. Da wollen wir auch hin. Gibt es in Tschechien noch Höfe (Haus reicht auch, wir sind Veganer und halten keine Tiere) mit viel Land (ab 5000qm), die zum Verkauf stehen? Wir suchen was in Alleinlage in natürlicher Umgebung bis ca. 80 000 EURO

    Herzliche Grüsse Marion

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