Selbstversorgung
Selbstversorgung ist für uns in erster Linie gleichbedeutend mit dem besten Leben, das Menschen leben können. Natürlich nur, wenn man sich selbstbestimmt und freudig für solch ein Leben entscheidet.
Selbstversorgung meint für uns, sich mit allen Lebens-Mitteln, also den Mitteln, die wir zum Leben brauchen, so weit wie möglich selbst zu versorgen. Die Bereiche, in denen wir dies versuchen und der Umfang, in dem wir dies erreichen, soll Schritt für Schritt ausgedehnt werden.
Es geht aus unserer Sicht also neben dem möglichst naturnahen Anbau all der benötigten Nahrungsmittel auch um eine Selbstversorgung mit weiteren Gütern. Zum Beispiel Holz zum Heizen. So viel Baumaterial wie möglich. Auch sämtliche Kleidung selbst zu produzieren steht auf unserer Wunschliste, anstatt nur einigen Socken, Handschuhen und Pullovern jedes Jahr.
Selbstverwaltung und Verantwortung
Die Idee der Selbstversorgung ist bei uns dabei so eng mit der Idee der Selbstverwaltung und dem Übernehmen von Verantwortung für die Folgen unserer Handlungen verbunden, dass wir dies eigentlich immer mit-meinen, wenn wir von Selbstversorgung sprechen. Denn diese beiden Punkte sind gemeinsam mit einem genügsamen, am Sein ausgerichteten Leben, die Grundlagen für eine tatsächlich funktionierende Selbstversorgung.
Somit dürfte klar sein, dass Selbstversorgung wie wir sie verstehen darüber hinaus keine individuelle Selbstversorgung ist. Unsere Art der Selbstversorgung ist ganz unbedingt auch als Konzept für ganze Dörfer und Regionen zu begreifen.
Selbstversorgung mit Bildung und Gesundheitswesen ist also genauso denkbar wie eine Selbstversorgung mit Mobilität. Auch die Pflege unserer Mitmenschen mit erweiterten Bedürfnissen kann von uns Menschen selbst geleistet werden. Mit all dem und viel mehr können sich Menschen selbst versorgen, ohne auf Firmen oder Staaten angewiesen zu sein. Nämlich dann, wenn es genug Menschen wollen und sich einfach selbst organisieren und selbst verwalten.
Selbstversorgung mit Öl?
Oft wird das Wort Selbstversorgung verwendet, wenn eigentlich nur ein größerer Anteil eigenen Nahrungsmittelanbaus gemeint ist. Viele der Konzepte oder Autor*innen der Bücher zum Thema Selbstversorgung verwenden ganz selbstverständlich Maschinen, die mit Öl, beziehungsweise Benzin betrieben werden, ganz so, als hätte jede Person eine eigene Ölquelle mit eigener Mini-Raffinerie und eine Maschinenwerkstatt im Hinterhof. Damit wird aber mal wieder ein Konzept auf die Beine gestellt, dass für den Großteil der Menschen nicht erreichbar ist, denn diese simple Verfügbarkeit, bzw. Leistbarkeit, von Benzin und Maschinen ist fast nirgends auf der Welt vorhanden. Und auch in Mitteleuropa nicht für alle selbstverständlich.
Klarerweise verwenden wir auch Dinge, wie Werkzeug aus Metall, die wir nicht selbst herstellen. Es geht also nicht um die Forderung, dass wir nichts verwenden oder konsumieren sollten. Nur weiter wie bisher, ist halt auch mit Selbstversorgung nicht möglich. Die spannende Frage ist doch, wie ein Leben aussehen kann, dass wir alle gleichberechtigt nebeneinander und miteinander leben können, ohne den Planeten zu vernichten. Denn ganz neben der sozialen Ungerechtigkeit des Ölimports (und vielen anderen Nachteilen des kapitalistischen Irrsinns) ist die nicht notwendige Verbrennung von Öl oder anderen Dingen nicht gerade das Beste für unsere Umwelt.
Langfristig lebenserhaltend leben
Darum sollten all diese Ideen der Selbstversorgung also im krassen Gegensatz zum heute üblichen kapitalistischen System immer den Erhalt der Natur, unsers einzigen Ökosystems, als eine der wichtigsten Kriterien mit einbeziehen. Denn das einzig sinnvolle und faire ist doch, allen kommenden Generationen die selben Chancen und Möglichkeiten offen zu halten, die wir heute haben. Und das geht nur, wenn wir alle unser Bestes geben, unser Leben und Handeln danach auszurichten, langfristig lebenserhaltend zu sein.
Viele unserer positiven Motivationen erfährst Du im Artikel 10 Gründe für die Selbstversorgung.
Dies ist ein Artikel des Glossars. In diesem wollen wir bei bestimmten Begriffen erklären, wie wir sie verstehen.
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hallo ihr beiden,
ich lese seit ein paar tagen so auf eurer website rum … immer mal wieder … und denke über das nach, was ihr hier über eure gedanken, erfahrungen und träume schreibt.
ich gehe nicht mit allem konform, aber doch mit sehr vielem.
meine freundin und ich arbeiten seit nunmehr fast 3 jahren an unserem umstieg (nicht austieg) in eure richtung – geplant, mit unseren lebenserfahrungen, unseren pers. wünschen und vorlieben … einerseits vielleicht nicht ganz so extrem wie ihr (ja, wir geben es zu: wir stehen total auf eine heisse badewanne gefüllt aus einem wasserhahn nach einem kalten outdoor-arbeitstag), andererseits vielleicht doch extremer als ihr, da wir dieses leben dann bis ans ende unserer tage führen wollen, und nicht nur auf ein paar jahre befristet. unter ökologischen vorzeichen, aber nicht auf teufel komm raus.
(versuchen gerade unser haus zu verkaufen, um eine alte mühle zu kaufen)
ein anderes beispiel: die letzen wochen waren echt saukalt. eine sinnvolle basisheizung mit herkömmlicher energie, die die räume zumindest in minimalen plusgraden “warm” hält und dazu – zum wohlfühlen – alternative energien … langer rede kurzer sinn: die sogenannte gesunde mischung macht es aus unserer sicht aus – was meint ihr dazu?
(schon klar, ist nicht so ganz eure meinung … aber eure gegenargumente dazu würden mich interessieren … falls ihr lust dazu habt)
liebe grüße
peter
Lieber Peter,
also, wenn du wirklich ein bisschen auf der Webseite gelesen hast, dann weißt du auch, dass dieses Leben für die beiden nicht befristet ist. Allein deshalb schon nicht, weil sie bestimmt gar nicht mehr „bis and Ende ihrer Tage“ im Hamsterrad leben könnten, selbst wenn sie wollten – aufgrund der Wahrheiten, die sie entdeckt haben. Ein konventionelles Leben würde für die meisten dann wahrscheinlich schon körperliche Schmerzen bedeuten. Die Wahrheiten, die man auf diesem Weg entdeckt, zwingen einen beinahe schon zu konsequentem Handeln. (und frag jetzt bitte nicht von welchen Wahrheiten ich spreche – die Seite hier bietet genügend Stoff :)
Wenn man als Selbstversorger ein großes Bauernhaus o.ä. riesige Wohnstätten hat, kommt man bestimmt nicht mit einer Küchenhexe oder einem einfachem Öfchen aus. Da stellt sich dann aber die Frage, warum man überhaupt so viele Quadratmeter benötigt, wenn man sich damit auch noch in eine größere Abhängigkeit bewegt – sei es nun durch herkömmliche Energie vom örtlichen Anbieter oder etliche eigene Anlagen, die regenerative Energien erzeugen. Das kostet ja alles viel Geld. Und die viele Arbeit durch Putzen, Pflegen, Warten der vielen/großen Räume habe ich noch gar nicht erwähnt. Oh ja, das weiß ich aus eigener Erfahrung, wir hatten früher ein modernes Bauernhaus. Das unterschätzen die meisten vollkommen. Viel Nutzen hat man von großen Häusern jedenfalls nicht. Zwei Menschen kommen eigentlich wunderbar mit unter 50 qm aus.
Ich für meinen Teil möchte jedenfalls lieber weniger arbeiten und mehr leben, als viel zu putzen und dafür viel Raum zu haben, den ich gar nicht benötige.
Jetzt lasse ich besser mal Lisa und Michael sprechen.
Ich drücke Euch aber trotzdem ganz fest die Daumen für den Hausverkauf! :)
Alles Liebe,
Nathalie
glückwunsch zu eurem wiederstart!
tip: wenn ihr selbstversorgung fahren wollt, ist fürs selbstversorgen jetzt schon das säen einiger pflanzen angesagt – ich bin kein experte, aber fragt mal rum falls ihr das nicht schon auswendig kennt.
sonst müssen später teure vorpflanzen eingekauft werden.
Hallo E.T.,
ja, wenn wir schon Beete hätten, würden wir bereits aussähen. :) Streu nur Salz in die Wunde! ;)
Im Ernst – erstmal müssen wir hier das Gebäude so hinbekommen, dass es als unser Dreh- und Angelpunkt dienen kann – dann legen wir auch im Garten los. Natürlich sind wir dieses Jahr dann wohl mit einigem spät dran – aber so ist das eben bei einem Neustart.