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21. April 2012

Mit Wasser und Stroh

Unser erster Versuch, Pilze auf Stroh anzubauen

Letztes Wochenende waren wir auf der Raritätenbörse im Botanischen Garten in Wien. Dort gab es allerhand seltener und nicht ganz so seltener Gemüsepflanzen, Saatgut und vor allem Blumen. All das hat deutlich weniger unser Interesse geweckt, als ein Stand mit zwei sympathischen, jungen Männern, die dort Pilzbrut verkauft haben.

Unser seit längerem gehegter Traum, selbst Pilze anzubauen, wurde wieder geweckt:

Selbst Pilze auf Stroh anbauen

Wir beide gehen liebend gerne Pilze sammeln – und wir essen sie sehr gerne. :) Eine tolle Ergänzung dazu wären dann natürlich noch selbstgezüchtete Pilze. Einmal, weil man bestimmte Sorten angeblich gut selber ziehen kann, die man als solche in unseren heimischen Wäldern eher schwer bis gar nicht findet, zum anderen, weil in Phasen, in denen keine Zeit oder auch mal keine Motivation zum Sammeln gehen da ist, auf dem Weg des selber anbauens trotzdem ab und an ein paar Pilze in die Pfanne wandern können.

Bis jetzt war es allerdings immer nur ein Zukunfts-Traum. Aber das hat sich die letzten Tage geändert. Die netten Pilzbrut-Verkäufer haben uns eine Erklärung mitgegeben, an die wir uns versucht haben zu halten.

Schritt 1 – Strohballen einweichen

Zunächst nimmst Du einen Strohballen – idealerweise Weizenstroh – und weichst ihn 48h lang ein. Nach den ersten 24 Stunden das Wasser wechseln. Danach den Ballen einen Tag abtropfen lassen.

pilze4 444x296 Mit Wasser und Stroh

Zumindest bei uns in der Gegend war es übrigens ein ziemlich großer Akt, überhaupt einen Strohballen organisiert zu bekommen. Fast niemand macht oder nutzt die mehr. Alle haben jetzt diese riesigen Rundballen.

Schritt 2 – Löcher ins Stroh

Mit einem Besenstil, einem Pflanzeisen oder ähnlichem gleimäßig verteilt über den Strohballen Löcher machen.

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Schritt 3 – Pilzbrut einfüllen

Die Pilzbrut zuerst zerkleinern, damit sie krümmeliger ist (zumindest die, die wir bekommen haben, war sehr kompakt gepresst). Dann die Pilzbrut in die Löcher füllen.

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Schritt 4 – Löcher wieder schließen

Mit dem Fuß dann die Löcher wieder schließen. Einfach ein wenig darüber steifen und vorsichtig andrücken.

pilze13 444x296 Mit Wasser und Stroh

Schritt 5 – hoffentlich eine reiche Ernte!

Ja, und dieser Schritt muss sich bei uns erst noch bewahrheiten.

pilze14 444x296 Mit Wasser und Stroh

Welche Erfahrungen habt ihr mit Pilze anbauen im Garten? Welche Plätze sind optimal für die Pilzzucht?

Diese und 10 weitere Fotos gibt es in unserem Facebook-Foto-Album “Pilze auf Stroh anbauen”.

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13 Kommentare zu “Mit Wasser und Stroh

  1. Leider gar keine guten … wir haben alles durch von den Pappkartons mit Brut über den Strohballen und geimpften Holzstämmen.
    Wir haben es aufgegeben und gehen lieber täglich einen Waldspaziergang mit dem Hund machen sammeln dort. Das macht riesigen Spaß – der geringe Ertrag zu Hause hat nur frustriert…

    Wünsch Euch viel Erfolg und berichtet wie es bei Euch verlief
    LG Monika

  2. Letztes Jahr versucht mit Braunkappen – im Boden an schattiger Stelle. Zuwenig Pflege. Dies Jahr wachsen Champignons neben dem Kompost – wahrscheinlich weil wir “Riesenchampignons” genutzt haben, die einfach erwachsene Champignons haben, also auch mit Sporen. Vor 1 Woche Braunkappen auf Stroh angesetzt. Mal sehn.

  3. Bisher hab ich es nur drinnen mit Champignons versucht. Das klappt super. Wenn das Substrat verbraucht ist schmeisse ich es neben den Kompost in der Hoffnung, dass sich dort neue Pilze bilden. Außerdem sind in unserem Termokomposter völlig freiwillig Morcheln gewachsen und ich bin gespannt ob die sich dauerhaft neben den Komposter um- und ansiedeln lassen.
    Grüße aus dem Horrorgarten
    von Anja

  4. Hallo;
    habe es auch schon versucht mit Braunkappen. Klappte eigentlich gut. Habe den Strohballen absolut schattig liegen gehabt. Nur vor Schnecken muss man höllisch aufpassen, sie mögen Pilze anscheinend noch lieber als wir. Habe gerade einen Karton mit Champignonbrut im Keller stehen. Da haben wir schon einiges geerntet.
    Viele Grüße
    Gabi R.
    Was macht euer Garten? Habt ihr schon was angebaut?

  5. Hab bereits öfter Pilze selbst gezogen, im Strohballen. Nur hab ich den Ballen mit Gießkanne gegossen, und noch sehr lange, auch draußen, im Schatten Pilze geerntet.
    Jedoch die Champions wachsen im Keller besser, hab ich festgestellt. Hab noch so einen alten, uralten Keller, in dem es nicht kalt ist, und dort ging das priema. Doch meine Familie ist sehr groß, und da wird das Substrat teuer, wenn man genügend ernten möchte.
    Geh auch dann lieber in den Wald sammeln.

  6. Hallo,ich hatte mal einen Erdkeller und viele Vögel-Vogelarten,im Garten,daß Futter dafür stand im Erdkeller.Vermutlich durch Mäuse,denke ich,verschlepptes Futter im ganzen Erdkeller,wuchsen plötzlich viele Schampions und sogar Getreide und Kukuruz….alles was so an Vogelfutter da war.Ich war seehr verwundert darüber,dachte,lassen wir das mal alles wachsen da,daß geht sowieso nicht gut,es zu dunkel da…..doch dem Getreide war dies anscheinend egal ;-).Da wir dann keine Vögel und Futter mehr hatten,ging ich lange nicht in den Erdkeller runter,eines Tages aber doch,und erschrak,denn das Getreide war seehr hoch,ich hatte es völlig vergessen.Ob diese dann wirklich richtig reif geworden wären,kann ich nicht sagen,da wir den Keller dann ganz ausgeräumt haben,hmmm…..schade nun.

  7. Hallo!
    Braunkappen und Austernpilze auf Strohballen sowie Shiitake auf Holz habe ich auch gerne angebaut als ich vor knapp 30 Jahren mit sehr ähnlichen Vorstellungen des Selbstversorgens wie ihr,ins Südburgenland gezogen bin ;-))
    Ich habe die Strohballen alle entlang des Waldes gelegt gehabt und war mit der Ernte sehr zufrieden.Einzig bei den Austernpilzen war dann nach warmen Sommerregen die Pilzschwemme kaum bewältigbar.
    Ganz wichtig ist auch, nur Stroh ohne Behandlung von Fungiziden zu verwenden.—
    Du hast schon mehrmals erwähnt, dass ihr Probleme habt kleine Ballen zu bekommen. Das ist eine Frage des Zeitpunktes. Eingelagert hat sie niemand mehr, aber zur Zeit der Getreidernte müsstet ihr euch das organisieren, denn viele häckseln ihr Stroh, weil es kaum noch jemand braucht und lassen es am Acker.

    Viel Erfolg und Freude bei der Pilzzucht und überhaupt…..macht mir großen Spass eure Seiten zu verfolgen und erinnert mich an einstige Zeiten;-))
    Alles Gute
    Sabine

    • Zum Thema Stroh:
      das Stroh wird nicht mehr so viel gepresst, weil es weniger Tierhaltung auf Stroh gibt, sondern auf Spalten; die Düngerpreise sind so hoch, dass es sinnvoll ist das Stroh auf dem Acker zu lassen anstatt es zu verkaufen (es gibt regen Strohhandel, auch international); Biogas-Bauern haben eh eine negative Humusbilanz, daher müssen sie das Stroh unbedingt auf dem Acker lassen.
      Kleine Ballen findet ihr am ehesten bei Pferde haltende Betrieben. Ansonsten sind die Großballen viel ökonomischer für den Landwirt.
      Gruß

      • Danke Lina,

        es wäre auch das Vernünftigste, wenn der Großteil des Strohs jeweils auf den Äckern liegen bleiben würde! :)

        Kleines Detail am Rande: Gerade die Pferdehöfe sind es hier in der Region, die keine viereckigen Ballen mehr haben.

        • Oh…
          vielleicht sind die bei euch etwas anders strukturiert als bei uns in Schwaben…

          Na, dann viel Glück bei der Suche.

          Gruß

  8. Ach,ja und nochwas: unbedingt das Stroh eines Biobauern holen, nicht nur wegen der bereits erwähnten Fungezide, sondern auch wegen der Insektizide und Wachstumsregler!

  9. Hallo,

    wenn man das alles mit dem Strohballen so macht, genügt es dann einfach champignions zu kaufen und hoffen das da noch sporen drinne sind ? Oder muss man da dann spezielle Sporenerde kaufen ???

  10. Ich habe in einem älteren Buch gelesen, dass folgendes “Rezept” ebenfalls eine gute Ernte verspricht: Ende Mai (schattiger, überdachter Platz)eine 10 cm dicke Schicht halbverottenen Pferdemist (Hengst oder Esel) auslegen, danach eine 15 cm Schicht gesiebten Waldkompost daraufgeben, sowie vollständig verrotteter Pferdemist. Beide Schichten werden zusammengedrückt. Als dritte Schicht etwa 15 cm reinen Waldkompost auslegen oder leichten Mistkompost. Alles zusammentreten auf 30 cm. Danach wird die Oberfläche geimpft. Zum Abschluss gibt man eine feine, zerkrümelte Schicht Schwarzbrot darauf. Ansonsten immer feucht halten, mit abgestandenem Regenwasser gießen. Ich habe die anderem Kommentare nicht gelesen uns weiß also nicht, ob dieser Vorschlag schon die Runde gemacht hat…

    Gruß, Susanne

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