Kik-Beschäftigte klagen über katastrophale Zustände

So titelt Spiegel Online über einem Artikel, der Kik, den Textildiscounter, hart angreift. Für die mehr als schlechten Bedingungen in den Produktionsländern und den Umgang und die Bezahlung der Mitarbeiter_innen in Deutschland.

Den Artikel sollte jede und jeder von Euch lesen, bevor ihr das nächste Mal zu einem Discounter geht. Und dabei ist es egal, ob es ein Textildiscounter, ein Lebensmitteldiscounter oder ein Möbeldiscounter ist, das Schema ist immer das Gleiche: die Firmen kaufen so billig wie möglich ein, erzeugen damit einen riesigen Druck und Konkurrenzkampf zwischen den Herstellern. Sobald dann Kritik aufkommt, weil bei den Preiskämpfen bei den Zulieferfirmen oft Umweltschutz, Menschenrechte oder Tierschutz unter die Räder kommen, wird der Vorwurf geprüft – und die Handelsbeziehung beendet. Der Discounter handelt also aus seiner Sicht sehr vernünftig, da er Kritik annimmt und Konsequenzen zieht. Dann geht er zurück zu Schritt Eins und kauft wieder so billig wie möglich ein.

Verantwortung abschieben oder annehmen

Was hat dies nun auf einem Blog zu suchen, der sich mit Selbstversorgung beschäftigt?

Ziemlich viel, denn natürlich ist es so, dass Konsument_innen einen sehr großen Einfluss darauf haben, wie Waren produziert werden und wie mit den Produzent_innen umgegangen wird. Wenn wir in einem ersten Schritt regionales Bio-Gemüse kaufen oder Kleidung aus fair gehandelter Bio-Baumwolle, dann können wir eher ausschließen, dass die Umwelt oder andere Menschen unter unserem Konsum unnötig leiden müssen.

Sobald wir uns aber Berichte ansehen, die immer wieder Mal zeigen, dass es auch in der Bio-Branche zum Teil gravierende Missstände gibt, teilweise Menschenrechte mit Füßen getreten wird, wo wir es nicht erwarten und so weiter. Zum Beispiel wenn Vertreibungen von indigenen Bevölkerungen für Bio-Palmöl-Plantagen geschehen, die sich dann in europäischen Bio-Produkten wiederfinden.

Also scheint ein zweiter Schritt nötig – weg von verarbeiteten Produkten, hin zu unverarbeiteter Frischware. Wenn wir dabei auch noch regional und saisonal kaufen, dann ist schon einiges sicherer.

Doch auch hier ist es schwer, wenn die nächsten Überlegungen anstehen. Verpackung und Transport, um nur zwei zu nennen.

Und so kommen wir am Ende immer wieder zu dem Ergebnis, dass das Beste für die Umwelt, für die Menschenrechte, für die Tierrechte und für jede_n selbst wäre, wenn wir alle wieder große Schritte hin zu mehr Selbstversorgung machen. Die prinzipiell überall möglich ist. Am Lande in größerem Umfang, aber selbst in der kleinsten Stadtwohnung gibt es ein Fensterbrett für Tomaten und Kräuter.

Euer Michael

PS: Unter http://www.ndr.de/flash/mediathek/index.html gibt es auch den sehr sehenswerten NDR-Fernsehbeitrag über Kik (mit Datum vom 7. April 2010).

Dieser Artikel ist mehr als ein Jahr alt. Es muss daher nicht sein, dass wir jedes einzelne Wort immer noch so schreiben würden wie damals. Wenn Fragen sind, kommentiere einfach zum Artikel, dann antworten wir Dir gerne.

5 Gedanken über “Kik-Beschäftigte klagen über katastrophale Zustände

    1. Michael Hartl (622 Kommentar*e) Beitrags Autor

      @Icke: Wenn Dir Suchergebnisse nicht gefallen, die Google ausspuckt, musst Du Dich bei denen beschweren. Wenn Du nach dem Text nicht verstanden hast, was der Zusammenhang zwischen einem verantwortungsvollen, auf Selbstversorgung abzielenden Lebensstil und z.B. Menschenrechtsverletzungen (egal wo) sind, dann lies ihn einfach nochmal oder stell konkrete Fragen.

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