Gurken einlegen

Weil es die Jahreszeit nun mal so an sich hat, schreib ich auch heute wieder über das Konservieren. Und weil unsere Leserin Michaela in einem Kommentar auf unser Zucchini-Rezept um eines für Gurken gefragt hat, nehmen wir uns dieser an. Und verraten Euch zwei Rezepte. Ein recht gängiges – und ein rohes.

Gurken einmachen wie Oma

Damit die Gurken auch schmecken werden wie von Oma höchstpersönlich eingemacht, hier unser Rezept, dass ein sehr leckeres Ergebnis hat.

Zutaten für den Sud:

  • So viele Gurken, wie ihr eben zum einmachen habt (hab unsere Menge nicht gewogen, sorry – war aber sehr viel)
  • 3,8 Liter Wasser
  • 1,2 Liter Essig
  • 300 Gramm Zucker
  • 160 Gramm Salz
  • 14 Neugewürzkörner (= Piment)
  • 20 Körner Pfeffer
  • 3 Lorbeerblätter
  • nach belieben: Senfsamen und in Scheiben geschnittenen Kren (Meerrettich)

Weitere Zutaten pro Glas:

  • Dill
  • ein paar Zwiebel-Stücke oder -Ringe
  • ein paar Scheiben Karotte

Zubereitung

Das Wasser mit den restlichen Zutaten (außer Essig) für den Sud aufkochen – und erst ganz am Ende den Essig zugeben. Dieser soll nicht mitkochen.

Während der Sud auf dem Herd steht könnt ihr Euch das Warten aufs Kochen überbrücken, indem ihr in jedes einzelne Glas ein wenig Dill, ein paar Zwiebel-Stücke oder -Ringe und ein paar Scheiben Karotte legt. Das Glas dann mit Gurken auffüllen.

Sobald der Sud gekocht hat, wie oben beschrieben, den Essig zugeben und den Sud über die Gurken gießen, bis die Gläser gut mit Sud gefüllt sind.

Deckel drauf und bei 80 Grad für 15 Minuten sterilisieren (auch wenn ich gelernt habe, dass es eigentlich kein sterilisieren ist…).

Gurken roh einlegen

Für alle, die an einem viel ausgefalleneren Rezept fürs Gurken einmachen interessiert sind, hier nun etwas ungewöhnlicheres: roh eingemachte Gurken. Als wir das neulich gemacht haben, hat niemand ans Fotografieren gedacht. Daher dieses Rezept ohne Fotos. Und auch hier hab ich wieder keine Gewichtsangabe für die Gurken selbst, dazu haben wir zu viele – wir kochen einfach die verschiedenen Suds (oder Sude?) und machen dann ein. Mehr nach Gefühl als nach Rezept. Aber damit habt ihr mal nen Anhalt.

Zutaten:

  • Gurken
  • 5 Liter Wasser
  • 5 Teelöffel Salz
  • einige Wein-Blätter
  • einige Eichen-Blätter
  • ein paar Scheiben Kren
  • etwas Dill

Zubereitung:

Für dieses Rezept braucht ihr mindestens sehr große Gläser – im Idealfall einen Sauerkrauttopf. Hier kommen die Zutaten in Schichten hinein. Recht simpel. Es geht los mit einer ersten, dünnen Schicht aus Wein- und Eichen-Blättern. Dann kommt eine dicke Schicht Gurken. Nun eine dünne Schicht aus Wein- und Eichen-Blättern, ein paar Scheiben Kren und etwas Dill. Wieder eine dicke Schicht Gurken und dann wieder eine dünne Schicht mit den Blättern, Kren und Dill. Das wiederholt ihr, bis der Sauerkrauttopf voll ist. Den Abschluss bildet eine dünne Blätter-Schicht.

Das Wasser mit dem Salz wird aufgekocht und soll danach wieder komplett abkühlen. Diese so hergestellte Salzlake wird dann in den fertig gefüllten Sauerkrauttopf gegossen. Oben nun ein Gewicht drauf – zum Beispiel ein sauberes Schneidebrett oder einen größeren, abgekochten Stein – mit einem Tuch abdecken und rund 10 Tage fermentieren lassen. Das macht die Natur mit allen ihren Mikroorganismen ganz alleine. Wenn es fertig ist, befindet sich ein weißer Belag auf den Gurken und Blättern. So lagern wir sie bis zu einem halben Jahr.

Zum Essen werden die Gurken abgewaschen und dann einfach nur genossen.

Varianten

Die rohen Gurken können auch mit weiteren Zutaten gemacht werden, ganz nach Lust und Laune hinzugeben oder wegnehmen. Zum Beispiel:

  • Blätter der Roten Johannisbeere
  • Sauerkirschen-Blätter
  • Chillis
  • Pfeffer
  • Zwiebel
  • Neugewürzkörner
  • Karotte
  • Knoblauch
  • Lorbeerblätter

Guten Appetit – und verratet uns gerne Eure Rezeptideen als Kommentar. Danke!

Dieser Artikel ist mehr als ein Jahr alt. Es muss daher nicht sein, dass wir jedes einzelne Wort immer noch so schreiben würden wie damals. Wenn Fragen sind, kommentiere einfach zum Artikel, dann antworten wir Dir gerne.

16 Gedanken über “Gurken einlegen

  1. Pingback: Natürliche Konservierungsmethoden

  2. Burghardt Lietzke (1 Kommentar*e)

    Hallo Selbstversorger,

    ich habe gerade euer Gurken Rezept gelesen, da es ja bald wieder soweit ist und hätte gerne gewusst, ob ihr weissen oder braunen Zucker verwendet habt. Der braune hat ja einen gewissen Eigengeschmack, weissen verwende ich normalerweise nicht. Meint ihr das geht gut mit braunem Zucker ?

    Gruß

    Burghardt

  3. Beschnidt, Bernhard (1 Kommentar*e)

    hallo,ihr Gurkeneinleger-

    nach anfänglicher Schwäche-Gurken Gurken Gurken !

    obiges Rezept ok !

    bei mir wars: 3liter Wasser kochend gemacht 120 gramm Salz etwa soviel Zucker ein Bund Dill 2Zwiebeln in Scheiben Teelöffel Pfefferkörner,4lorbeerblätter 3 Knoblauchzehen kleingekackt und

    was sich gut gemacht hatte die großen Gurken zu schälen und in Stücke geschnitten-Kerngehäuse ausgekratzt und halben Liter Kräuteressig dazu.

    weil ich die Gurken allein nicht schaffe ca 3 kg-essen auch andere nach bereits 2 Tagen mit-die Kritik

    fiel nicht schlecht aus. Bernhard

  4. Uwe Falk Hensel (1 Kommentar*e)

    Hallo Lisa & Michael, habe dieser Tage Zucchini auf die gleiche Weise eingelegt, da ich nur wenige Gurken, aber über 100 Zucchinis im Garten hatte. Die waren teilweise bis 3 kg schwer und trotzdem noch zart (die grössten sahen aus wie grüne Pottwale, die in den Beeten schwammen, ein herrlicher Anblick!). Habe bislang ca. 20 Gläser angesetzt, als Zutaten noch Senfkörner, Wacholderbeeren, Bohnenkraut und etwas Liebstöckel beigefügt (ich glaube, ein Zweiglein Rosmarin würde geschmacklich auch passen), die Zucchinis geschält und gewürfelt. Schmecken wie Senfgurken. Die kleinen Zucchinis esse ich auch roh mit Schale, sie schmecken angenehm nussig und leicht süss, als Salat auch mit Sprossen und selbstangesetztem Löwenzahn- bzw. Holunderblüten-Öl. Mit den Gurken hatte ich dieses Jahr leider Pech, die wurden beizeiten gelb und ledrig.

  5. Christel Born (1 Kommentar*e)

    Eine tolle Seite, passt genau zu moderner, gesunder Ernährung obwohl viel davon unsere Omas schon gemacht haben. Fazit altes ist nicht immer schlecht sondern kann sehr informativ und ansprechend sein.Tolle Seite, weiter so. Wir haben leder selbst keins von dem so wichtigen Geld das auch zum überleben von Webseiten gebraucht wird, aber wir werden Euch auf unserer Seite verlinken.Schön wenn ihr hier auch einen link für uns setzt.

  6. Pingback: Selbstversorger-Linkempfehlung

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